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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Allerlei
hexy Offline

Admine


Beiträge: 1.421

05.12.2009 00:59
Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

Hallo, ihr Lieben ...

ich möchte euch heute eine Story erzählen ...
eine Story, die ich gerade erlebe ...

Einigen von euch ist bekannt, dass ich an der "Krankheit mit den 1000 Gesichtern" leide. Encephalomyelitis disseminata oder Multiple Sklerose genannt.
Zudem habe ich leider auch sonst viel zu oft "hier" geschrieen ... und so kann ich mittlerweile u.a. auch 3 Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule sowie ein Hirnaneurysma vorweisen.

Gesundheitlich gesehen kann ich mit dem allen recht gut leben.
Ja, so einiges beeinträchtigt mich natürlich schon -vor allem im Berufsleben.
Ich bin körperlich nicht mehr ganz so belastbar.

Und daher habe ich durch Rat von anderen im Juli 2007 (!!!) einen Antrag auf "Teilhabe zum Arbeitsleben" bei der DRV gestellt, da ich überzeugt bin, ich könne selbst für meinen Lebensunterhalt aufkommen ... sofern ich neben meiner Mediengestaltung ein 2.Standbein hätte.
Bewegung, das habe ich schon lange gemerkt, tut nicht nur der Wirbelsäule gut, sondern ist auch für die MS das Wichtigste. Um eben nicht einzurosten.

Doch da ich eben "ein ganz besonderer Fall" bin, ist bis heute keine Entscheidung eingetroffen.
Ich kämpfe immer noch. Bin daher auch "vorläufig Hartz IV" ...

Nun gab es im Februar ein neurologisches Gutachten, dass Dr. Kharraz junior machte.
Nach einigem Hin und Her, u.a. Untätigkeitsklage gegen die DRV, habe ich nun zusammen mit meiner Rechtsanwältin endlich Akteneinsicht bekommen.

So ähnlich, wie ich euch bereits hier eine unglaubliche Geschichte mitteilte, ergeht es nun mir

DENN:
Ich war bereits beim Gutachten-Termin, der im Februar 2009 stattfand, von diesem Herrn Neurologen sehr enttäuscht ...
da er zum einen zweifelte, dass ich MS bzw. 3 Bandscheibenvorfälle in der HWS habe ... (er hatte mir beim Nachfragen zugegeben, er hätte keine Zeit gehabt, meine Befunde, die er von der DRV zugeschickt bekommen hatte, anzuschauen!) ...
zum anderen mir gleich eröffnet hatte, jeder MS-Patient müsse seiner Meinung nach lediglich Antidepressiva schlucken ... da jede Depression MS-ähnliche Symptome zeige. Er sei überzeugt, dass viele so genannte MS-Patienten ja "nur eine Depression" hätten.
Er machte grad mal die Hälfte der neurologischen Tests, die ich seit 2006 von anderen Neurologen bzw. der MS-Ambulanz in Bayreuth kenne.
Weder einen "Seiltänzer-Gang" (Gleichgewicht) musste ich absolvieren noch ließ er einen VPN-Test (Sehnerven) vornehmen.
Fakt ist jedoch, dass ich bei diesen Tests, die ich auch immer wieder in der MS-Ambulanz (bin dort in einer Studie) sowie bei meinem behandelnden Neurologen bekomme, eben NICHT normale "gesunde" Werte zeige.
Ich habe Probleme mit beidem.

Doch nun las ich seine Diagnose:
schwere psychologische Erkrankung!
Mittelschwere bis schwere Depression mit emotional-instabiler Persönlichkeitsstörung.
Aufgrund schwieriger emotionsloser Kindheit ... usw.


Ich könne nur wieder hergestellt werden, wenn ich mich sofort in psychiatrische Behandlung begäbe.
BOAH!!! Ich dachte, mich haut's vom Stuhl!

Er schrieb dann auch noch was von einer "Verdachts-"Diagnose Multiple Sklerose.
Auf einer anderen Seite jedoch schreibt er wiederum "die MS sei 2007 durch ein MRT gesichert" ...
doch bei mir wurde meine MS 09/2006 durch MRT UND Liquortest diagnostiziert!

Dann kann man lesen ...
"zur Diagnosesicherung der MS wurde auch eine Angiographie durchgeführt. Hier fand sich ein Aneurysma ..."
Als ich das las, musste ich echt an der Kompetenz dieses Gutachters zweifeln!!!
Denn es sollte JEDER Arzt wissen, dass eine MS keineswegs mit einer Angio diagnostiziert werden kann!
Ich bekam die selektive Hirn-Angio wegen meinem im MRT festgestellten Hirnaneurysmas!!!
Um dieses exakter darstellen zu können. Um abzuklären, ob man dieses coilen kann ...

Was soll ich sagen???
Er schrieb so Vieles da hinein ... Beschwerden, die ich ihm niemals so erzählte -geschweige denn erwähnte.
Er drehte sehr Vieles einfach um ...
eben nur, um zu seiner Sichtweise, "dass MS-Patienten sich nur Symptome einbilden" zurückzufinden ...
und um mir eine "schwere psychische Erkrankung" andichten zu können.

Tja, SO schnell gehts ...
Nun habe ich also nur "Verdacht auf MS", meine behandelnden Ärzte in den letzten Jahren/Jahrzehnten haben alle völlig falsche Diagnosen gestellt, ich schlucke völlig umsonst das Studien-Medikament, bilde mir alle Symptome nur ein ...
denn ... ich habe ja eine schwere psychologische Erkrankung, die sofort behandelt werden muss, wenn ich erwarten möchte, dass ich je wieder "normal" werde!!!

---------
Ich war am Donnerstag bei Prof. Oschmann in der Hohen Warte Bayreuth (MS-Ambulanz, in der ich seit April 2008 bin).
Auch er hat etwas verwirrt geguggt, als ich ihm dieses Gutachten vorlegte.
Er wird mir erstmal eine Bescheinigung schreiben, dass meine MS sehr wohl gesichert ist ...
dass er aber schon denkt, ich könne Tanztherapeutin werden.
Da die langen Jahre mit der MS (mein 1. Schub war eben 1993/94) zeigen, dass meine MS einen recht milden Verlauf hat ... und sich eine weitere Ausbildung sehr wohl positiv für mich zeigen würde.
Auch im Hinblick darauf, dass ich weiterhin selbst für meinen Lebensunterhalt sorgen kann.
... und nicht auf Papa Staat angewiesen bin!
So wie es leider zzt. ist.


Mit meinem Hausarzt bin ich dieses GA auch durchgegangen.
Auch er war mehr als erstaunt über diese Diagnose!!!
Und er kennt mich seit ca. 1990 - da er als Arzt im Klinikum mit mir, als damalige MTRA, öfter zusammen arbeitete.
Er meinte, ER könne keinen Hinweis auf eine Depression sehen.


Nun, nächste Woche habe ich nun einen Termin bei meiner Rechtsanwältin. Ich werde gegen dieses Gutachten Widerspruch einlegen und ein neues fordern.
Eines mit richtigen neurologischen Tests.

Und dann werden wir weitersehen ...


Ich befürchte nur, dass sich alles noch viel länger hinziehen wird ... bis ich endlich eine Entscheidung von der DRV bekomme.
Bis dahin hänge ich nach wie vor sowohl beruflich als auch finanziell völlig in der Luft.

Und da soll man sich immer und jederzeit glücklich fühlen können???

Wissen müsst ihr noch, dass ich mich damals nach meiner Umschulung selbstständig machte, da ich keinem Arbeitgeber zumuten wollte, einen Menschen einzustellen, der eben immer wieder mal wegen seiner Bandscheibenprobleme ausfallen könnte ... und da ich eben keine 8 Stunden am PC sitzen kann.

Hätte ich schon 2003 gewusst, dass ich MS habe (heute weiß ich, ich hatte den ersten Schub 1993/94), hätte ich einen "normalen" Job angenommen ...
weil ich es jetzt wesentlich einfacher hätte!


--------------------
Vielleicht hat ja der eine oder andere unter euch einen guten Rat für mich?
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

lg, hexy

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Oh Mensch, lerne tanzen – sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen. (Augustinus)

Siggi Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.213

05.12.2009 10:36
#2 RE: Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

Hallo hexy,
ja nix g'fallen lassen- ,

schön' Tag noch, Servus: Siggi

aberhallo! ( gelöscht )
Beiträge:

05.12.2009 12:25
#3 RE: Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

@ hexy

Zunächst muss ich einmal wissen, was erreicht werden soll?

1. Soll Erwerbsunfähigkeit, also eine Rente erreicht werden oder
2. Soll der Grad der Behinderung festgestellt werden?

Möglicherweise soll beides erreicht werden.

Zu beachten ist dann aber, dass das " 2 völlig verschiedene Baustellen" sind!
Als 3. Baustelle kommt noch das Arbeitsamt und
als 4. Baustelle kommt evtl. die Krankenkasse dazu.

Geh' einmal von vorne herein davon aus,
dass Du von einer Stelle zur anderen geschickt wirst und
dass zunächst niemand zuständig sein will.

Was Du gleich vergessen kannst, ist,
dass irgendwelche Ärzte irgendwann "geguckt", "geschaut" oder gar "verwundert" waren.

Es zählen nur noch Atteste, Gutachten u.ä.,
die wissenschaftlich das Geschriebene oder das "Verzapfte" nachweisen,
das heißt mit Fundstellen belegen.

Und damit bist Du beim ersten wirklichen "Knackpunkt"!!
Du musst Ärzte und Sachverständige finden, die bereit sind,
ein vorliegendes Attest bzw. Gutachten schriftlich und nachvollziehbar "zu zerlegen"!!

Soweit mein Beitrag.
Vielleicht kann ich ein paar Tips geben.
Wir haben in diesem "Sozialen Gesetzgebungsbereich" 7 Jahre wegen 10 % gekämpft.

Mein Vorschlag:
Du solltest ganz gezielt vorgehen und zunächst alle verfügbaren Schriftstücke (Atteste/Gutachten) der Ärzte in Deinem unmittelbaren Umfeld beschaffen.

Erst danach wäre zu prüfen,welche Anträge zu stellen sind.

Letzter Tip:
Verfasse eine detaillierte, am besten "minutiöse" Krankheitsgeschichte
mit allen Angaben wie sich die Erkrankungen auf Deine Lebensführung auswirken.
damit Du einen "Roten Faden" in der Hand hast,
wenn Du bei den verschiedenen Stellen vorsprechen musst.

Das hilft widersprüchliche Aussagen zu vermeiden.

Irlwin ( gelöscht )
Beiträge:

05.12.2009 16:10
#4 RE: Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

Hallo hexy,

das klingt ja unglaublich

Es genügt doch schon MS, wieso muss man da noch eine Depression dazu erfinden?

Da sieht man auch, wie hilflos man sogenannten Gutachtern ausgeliefert ist, welche für so eine Fehldiagnose auch noch Geld verlangen. Eine Schande ist das!

Auch ich sag wie siggi: "Lass Dir nix gefallen!"

hexy Offline

Admine


Beiträge: 1.421

05.12.2009 18:23
#5 RE: Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

Vielen Dank für die Anteilnahme, Irlwin und Siggi!
Keine Sorge, gefallen lassen tue ich mir nix mehr. Dafür habe ich nun zu lange schon meine Hände still gehalten und brav abgewartet.
Jetzt reicht's!


aberhallo,
ich hab dir schon ausführlich in einer PN geantwortet ...
doch zur besseren Erklärung nochmal ein paar Zeilen:

1. hatte ich in meinem 1. Posting schon geschrieben: Antrag auf "Teilhabe zum Arbeitsleben"
2. GdB 50 habe ich seit knapp 3 Jahren
3. es gibt ausführliche Berichte mit Diagnosen aller meiner Krankheiten. (Es ist alles nachgewiesen und gesichert.) All diese lagen ihm vor -hatte jedoch keine Zeit sie vorm Termin zu lesen ... ob danach, keine Ahnung
4. Fakt ist, dass er auf seiner Website http://www.gute-nerven.de sehr ausführlich über die "diagnostischen Verfahren" berichtet, doch KEINE davon bei mir angewendet hat!
5. seit mehr als 2 Jahren werde ich von einem zum anderen geschickt ... oft genug mit der Aussage "Sie sind halt ein ganz besonderer Fall" ... Kenne ich alles schon.
6. "Baustelle" Arbeitsamt und Krankenkasse habe ich auch schon hinter mir.
7. es existiert seit langem eine genaue (schriftliche) Krankengeschichte ... die bei Bedarf immer aktualisiert wird (ich habe ja nicht umsonst knapp 15 Jahre im medizinischen Bereich gearbeitet)


Du musst wissen, dass ich bereits 1997 die ersten Erfahrungen mit dem AA und so manch anderen Behörden machte. Auch habe ich damals gelernt, NIEmals mich auf das Wort eines noch so hohen Herrrn zu verlassen - denn sonst ist man verlassen.
Hätte ich das schon damals gewusst, würde ich mich heut wohl nicht in dieser bescheidenen Lage befinden.
Damals hatte ich aufs Wort eines OBs vertraut ... der zu der Zeit mein oberster Dienstherr gewesen war ...


------
Vielleicht ist ja einer unter unseren 255 Usern, der mir in meiner Sache weiterhelfen kann?!?
Ich hoffe es sehr ...

lg, hexy

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Oh Mensch, lerne tanzen – sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen. (Augustinus)

beobachter Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.424

06.12.2009 20:13
#6 RE: Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

nur ein allgemeiner Tipp hexy:

nimm überall jemanden mit, führe kein Telefonat ohne ZeugenIn!!!

In Ämtern und Behörden gibt es Fälle, da hat dann ein "unbekannter Sachbearbeiter" wahrscheinlich etwas falsch in den internen Postweg gegeben oder versehentlich als erledigt abgelegt und das ist dann bei der Umstellung auf digitale Archivierung verloren gegangen........ oder etwas ist nicht eingegangen.... oder oder...

Wichtig ist, daß deine juristische Vertretung engagiert ist und die Sache nicht aussitzt! Das gibt es leider auch

hexy Offline

Admine


Beiträge: 1.421

08.12.2009 16:40
#7 RE: Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

beobachter,

danke! Diesen Tipp, der mir nun auch schon bekannt ist, hätte ich schon vor vielen Jahren gebraucht.
Doch ... das ist rum ums Eck.

Komme soeben von meiner Rechtsanwältin. Die einzige übrigens, die in Weiden die Bezeichnung "Fachanwältin für Sozialrecht" hat.
Sie ist m.E. schon engagiert und will mir helfen.

Wir werden sehen, wie nun die DRV auf unsere Stellungnahme und der Bitte um ein neuerliches neuropsychologisches Gutachten reagiert.
Ich gehe jedoch davon aus, dass ich frühestens Ende Januar 2010 etwas hören werde ...

lg, hexy

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Oh Mensch, lerne tanzen – sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen. (Augustinus)

Wandersmann Offline

Normalo

Beiträge: 94

28.01.2012 12:47
#8 RE: Neurologisches Gutachten Zitat · antworten

@ hexy

Was ist jetzt eigentlich aus Deiner "Story" geworden? Hat sich alles wie von Dir gewünscht ergeben?

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