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Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

11.01.2009 21:10
#41 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten
Was mich interessieren würde:
Haben die Pro-Israeldemonstranten und Bahmiten in Berlin und sonstwo, auf den verschiedenen Pro-Israel-Demos irgend wann und irgend wo eine Information, einen Link oder eine Fundstelle bekannt gemacht, in welcher dokumentiert ist, dass die VertreterInnen des Staates Israel (also auch die Livni) einen palästinensischen Staat anerkannt haben?
Umgekehrt fordert die israelische Regierung, jene Macht, die den Palästinensern bis zum heutigen Tag ihr Land stiehlt und gestohlen hat, von der, im Gaza legitim gewählten Hamas - Regierung (also demokratisch gewählten Regierung), die offizielle Anerkennung eines Staates Israel, in welchen Okkupationsgerenzen auch immer -, welche von Tag zu Tag, durch Ausweisung weiterer israelischer Siedlungsgebiete, ein immer engeres palästinensisches Territorim eingrenzen!

Bisher ist mir nur bekannt, daß diese israelischen Regierungsvertreter versuchen, die völkerrechtlichen Kriterien für die Anerkennung eines palästinensischen Staates, nämlich Staatsvolk, Staatsregierung und Staatsterritorium, durch ihre Okupations-, Vertreibungs- und Kriegspolitik zu verhindern.

Am ehesten versprechen sie sich diese Annulierung dadurch, daß sie das originelle Staatsgebiet der Palästinenser besetzen und in verschiedene Enklaven aufteilen.

Auch jetzt ist wieder eine kriegerische Aktion im Gange, den schmalen Gazastreifen, in zumindest zwei Teile, zu separieren.

Bisher hat kein Regierungschef der israelischen Regierung die Palästinenser als Staatsvolk und deren berechtigte, territoriale Ansprüche auf ihr eigenes, angestammtes Land, als Statsgebiet anerkannt.

Trotzdem schwadronieren die israelischen Besatzer davon, daß die Hamas Israel nicht als Staat anerkennt, was übrigens auch nichts daran ändern würde, daß Israel gegen die Palästinenser so umgehen würden, wie ehedem die US-Einwanderer mit den eingeborenen Indianern.

Ich werde, auch wenn es politisch nicht opportun ist und daher mit lauen Abweisungsargumenten verhindert werden sollte, sofort, wenn einer dieser israelischen PolitikerInnen, ebenso wie dieser, seiner Immunität enthobene US Räsident Bush, nach Deutschland, oder die EU, einreisen, Antrag beim intern. Menschengerichtshof auf Festnahme und Verurteilung wegen massiver Menschenrechtsverletzungen stellen!

Das denke ich, das ist jeder Mensch, als VertreterIn der strikten Einhaltung der Menschenrechts-Charta schuldig!
Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

12.01.2009 16:11
#42 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Nachfolgend ein Grund dafür, warum nun Israel, unter in Kaufnahme des Genozids an den Palästinensern, diesen mörderischen Angriffskrieg im Gaza führt und sich verlogen darauf hinausredet, die Kasamraketenangriffe gegen israelische Grenzdörfer zu stoppen!

<kopiert aus: http://www.linkezeitung.de/cms/index.php...81&Itemid=1>
Als Anhang der Artikel mit den Karten!



Krieg und Naturgas:

die israelische Invasion und Gazas küstennahe Gasfelder

von Michel Chossudovsky - http://www.tlaxcala.es


Die militärische Invasion israelischer Truppen in den Gazastreifen hat einen direkten Zusammenhang mit der Kontrolle und dem Besitz der strategischen Gasreserven vor der Küste. Dies ist ein Eroberungskrieg. Entdeckt wurden die ausgedehnten Gasreserven vor der Küste im Jahr 2000.

- [/url=http://www.bg-group.com/OurBusiness/WhereWeOperate/Pages/pgIsraelandAreasofPalestinianAuthority.aspx]British Gas (BG Group)[/url] und ihrem Partner, der in Athen ansässigen internationalen Consolidated Contractors International Company (CCC), die den libanesischen Sabbagh und Khouri-Familien gehört, wurden die Öl- und Gasausbeutungsrechte in einem 25Jahres-Abkommen gewährt, das im November 1999 mit der Palästinensischen Behörde unterzeichnet worden war.

Die Rechte der küstennahen Gasfelder sind aufgeteilt: British Gas (60%); Consolidated Contractors (CCC) (30%); und der Investment Fund der Palästinensischen Behörde (10%). (nach Haaretz vom 21.10.07)

Das PA-BG-CCC-Abkommen schließt Feldentwicklung und den Bau einer Gas-Pipeline ein (Middle East Economic Digest, 5.1.01)

Die BG-Lizenz deckt das ganze küstennahe Gaza-Gebiet ab, das an mehrere israelische Gaseinrichtungen angrenzt. Es sollte bemerkt werden, dass 60% der Gasreserven entlang der Gaza-Israel-Küste zu Palästina gehören.

Die BG-Group bohrte im Jahr 2000 zwei Quellen: Gaza Marine-1 und Gaza Marine-2. Die Reserven werden von British Gas auf 1,4 Trillionen cubic-foot (über 39 Milliarden Kubikmeter) geschätzt, die einen Wert von annähernd 4 Milliarden $ haben sollen. Diese Zahlen wurden von der British Gas veröffentlicht. Der Umfang von Palästinas Gasreserven könnte viel größer sein.

Karte 1


Karte 2



Wem gehören diese Gasfelder?

Das Problem der Herrschaft über die Gaza-Gasfelder ist sehr wichtig. Nach rechtlichem Standpunkt gehören diese Bodenschätze Palästina.

Der Tod Yasser Arafats, die Wahl der Hamas-Regierung und das Ende der palästinensischen Behörde ( im Gazastreifen) hat es Israel ermöglicht, die de facto Kontrolle über Gazas küstennahe Gasreserven zu übernehmen.

British Gas hat mit der Tel Aviver Regierung ein Geschäft gemacht. Die Hamasregierung hat man so hinsichtlich Erforschung- und Entwicklungsrechten über die Gasvorkommen umgangen.

Die Wahl von Ministerpräsident Ariel Sharon 2001 war ein Wendepunkt. Palästinas Herrschaft über die küstennahen Gasfelder wurden vor dem Obersten (israelischen) Gerichtshof angefochten. Sharon stellte eindeutig fest, dass „Israel nie von Palästina Gas kaufen werde" und zu verstehen gab, dass die küstennahen Gasfelder Gazas Israel gehören würden.

2003 verhinderte Sharon ein anfängliches Geschäft, das British Gas erlauben würde, Israel mit dem Gas von den küstennahen Gasquellen zu versorgen (The Independent, 19.August, 2003) Der Wahlsieg der Hamas 2006 brachte das Ende der palästinensischen Behörde - die dann auf die Westbank beschränkt wurde - unter dem Marionettenregime von Mahmoud Abbas.

2006 war British Gas „ nahe dran, ein Geschäft mit Ägypten abzuschließen, um Gas nach dort zu pumpen".(Times, 23. Mai 2007). Der britische Ministerpräsident Tony Blair intervenierte im Namen Israels, um das Abkommen zu verschieben.

Im folgenden Jahr - im Mai 2007 - billigte das israelische Kabinett einen Vorschlag von Ministerpräsident Olmert: „Gas von der palästinensischen Behörde zu kaufen." Es ging um 4 Milliarden $ mit einem Profit von 2 Milliarden, von denen 1 Milliarde an die Palästinenser gehen sollten.

Tel Aviv hatte jedoch nicht die Absicht, die Einkünfte mit Palästina zu teilen. Ein israelisches Unterhändler-Team wurde vom israelischen Kabinett zusammengestellt, um mit der BG Group einen Deal auszuarbeiten, bei der die Hamas-Regierung und die palästinensische Behörde umgangen wird:

„Die israelischen Verteidigungsbehörden wollen, dass die Palästinenser mit Waren und Diensten bezahlt werden. Sie bestehen darauf, dass die von Hamas kontrollierte Regierung kein Geld erhält."

Das Ziel war im Wesentlichen, den 1999 zwischen der BG-Group und der palästinensischen Behörde unter Arafat unterzeichneten Vertrag rückgängig zu machen.

Nach dem vorgeschlagenen Abkommen von 2007 mit BG, sollte das palästinensische Gas von Gazas küstennahen Gasquellen in einer Unterwasserpipeline in den Hafen von Ashkalon gepumpt und dabei die Kontrolle über den Verkauf Israel übertragen werden.

Das Geschäft misslang. Die Verhandlungen wurden suspendiert. Der Mossad-Chef war aus Sicherheitsgründen dagegen ....

Israels Absicht war, die Möglichkeit auszuschließen, dass Lizenzgebühren an die Palästinenser bezahlt werden. Im Dezember 2007 zog sich die BG-Group von ihren Verhandlungen mit Israel zurück und schloss im Januar 2008 ihr Büro in Israel.


Der Invasionsplan auf dem Reißbrett

Der Invasionsplan für den Gazastreifen unter dem Decknamen „Operation Gegossenes Blei" wurde ab Juni 2008 in Gang gesetzt - nach israelischen militärischen Quellen: „...Verteidigungsminister Ehud Barak instruierte vor 6 Monaten (Juni oder davor) die israelischen Verteidigungskräfte, sie sollten sich für eine Operation vorbereiten, genau zu dem Zeitpunkt als Israel begann, (!!) mit der Hamas über ein Abkommen über eine Feuerpause zu verhandeln" (Barak Ravid, Operation „Gegossenes Blei": die israelischen Luftstreitkräfte folgten Monate nach der Planung, Haaretz, 27.12.08)

Genau in diesem Monat kontaktierten die israelischen Behörden erneut Britisch Gas, um wichtige Verhandlungen wieder aufzunehmen, die den Kauf von Gaza-Naturgas betreffen: ....

Die Entscheidung, die Verhandlungen mit der British Gas-Group zu beschleunigen, traf zeitlich mit dem Prozess der militärischen Planung zusammen. Es schien, als würde Israel darauf aus sein, ein Abkommen mit BG noch vor der Invasion zu erreichen, die schon in einer fortgeschrittenen Planungsphase steckte.

Außerdem wurden diese Verhandlungen mit British Gas mit der Ehud Olmert-Regierung geführt mit der Kenntnis, dass die militärische Invasion des Gazastreifens schon auf dem Reißbrett fertig war und dass über ein neues politisch-territoriales Abkommen über den Gazastreifen nachgedacht wurde.

Tatsächlich liefen im Oktober 2008 Verhandlungen zwischen der British Gas und israelischen Regierungsleuten - 2-3 Monate vor Beginn der Bombardements am 27.Dezember. Im November 2008 instruierte das israelische Finanzministerium und das Ministerium für nationale Infrastruktur die israelischeElektrizitätsgesellschaft (IEC) mit der British Gas in Verhandlungen zu treten wegen des Kaufs von Naturgas von der BG ....

Gaza und die Geopolitik der Energie

Die militärische Besatzung des Gazastreifens ist entschlossen, die Herrschaft über die Gasfelder Israel zu übertragen.

Was erwarten wir nach der Invasion? Was ist Israels Absicht hinsichtlich der palästinensischen Naturgasreserven?

Ein neues territoriales Abkommen mit der Stationierung israelischer und/ oder „Peacekeeping"-Truppen?

Die Militarisierung der ganzen Gaza-Küstenlinie, die für Israel strategisch wichtig ist?

Die komplette Konfiszierung der palästinensischen Gasfelder und die einseitige Erklärung israelischer Herrschaft über Gazas Küstenzone?

Wenn dies geschehen sollte, würden die Gasfelder Gazas in Israels küstennahe Installationen integriert werden, die sich direkt an den Gazastreifen anschließen?

Diese verschiedenen küstennahen Installationen werden auch mit dem israelischen Energie-Transportkorridor verbunden, der sich von Eilat mit seinem Öl-Pipeline-Terminal am Roten Meer bis zur Seehafen-Pipeline bei Ashkalon erstreckt und nordwärts bis Haifa geht und der sich schließlich mit der geplanten israelisch-türkischen Pipeline vom türkischen Hafen Ceyhan verbinden sollte.

Ceihan ist der Terminal der Baku-Tiflis-Ceyhan-Transkaspischen Pipeline. „Geplant ist die Verbindung der BTC-Pipeline zur Trans-Israel Eilat-Ashkelon Pipeline, auch als Israels Tipline bekannt" ( s. Michel Chossudovsky, „Der Krieg im Libanon und die Schlacht ums Öl", Global Research, 23. Juli 2006)


Karte 3


......................................................................................................................................................


Quelle: War and Natural Gas: The Israeli Invasion and Gaza's Offshore Gas Fields

Originalartikel veröffentlicht am 8.1.2009

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=6787&lg=de


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Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

12.01.2009 16:58
#43 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten
Wie Deutschland Israel aufrüstet und damit mitverantwortlich für Massaker und Mordangriffe im Gaza ist!

Handlungsspielraum in Nahost12.01.2009

GAZA/BERLIN (Eigener Bericht)

- Eine deutsche Reederei ist in Rüstungslieferungen für den Krieg in Gaza involviert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach hat ein deutsches Schiff im Dezember eine außergewöhnlich umfangreiche Ladung US-amerikanischen Kriegsmaterials an Bord genommen, die in den israelischen Hafen Ashdod verbracht werden sollte. Eine weitere Lieferung ist zur Zeit in Vorbereitung. Die Schiffstransporte werden wegen ihres offenkundigen Zusammenhangs mit dem Krieg in Gaza von britischen Militärexperten als "irregulär" eingestuft. Die deutsche Beteiligung lenkt den Blick auf die Berliner Rüstungsexporte nach Nah- und Mittelost, mit denen die Bundesrepublik in den vergangenen Jahren sowohl Israel als auch mehrere arabische Staaten aufrüstete. Deutsche Waffen tragen damit zu den seit je anhaltenden Spannungen in dem Gebiet bei. Wie Außenminister Steinmeier am Wochenende mitteilte, will sich Berlin hingegen an der Unterbindung fremder Rüstungslieferungen beteiligen, die sich westlicher Kontrolle entziehen. Dabei geht es um die Einfuhr mutmaßlich iranischer Waffen in den Gazastreifen.

Sehr umfangreich
Eine deutsche Reederei hat im Dezember den Auftrag für die Lieferung einer Schiffsladung Kriegsmaterial an Israel erhalten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, handelte es sich dabei um insgesamt 989 Standardcontainer (20 Fuß), die vom Military Ocean Terminal Sunny Point (North Carolina, USA) zum israelischen Hafen Ashdod transportiert werden sollten. Als Verladedatum wird der 15. Dezember genannt, für die Abwicklung des gesamten Geschäfts stehen 42 Tage zur Verfügung. In den Auftragspapieren sei von bis zu 5,8 Millionen Pfund Sprengstoff die Rede, schreibt Reuters - ein Volumen, das in Branchenkreisen als "sehr umfangreich" eingestuft wird.[1] Die deutsche Reederei hat inzwischen bestätigt, den Auftrag erhalten zu haben, nennt jedoch keine Details.

Irregulär
Wie Reuters weiter berichtet, wird die nächste US-Rüstungslieferung an Israel gegenwärtig vorbereitet. Dabei handelt es sich um 325 Standardcontainer (20 Fuß), die in zwei Ladungen aus dem griechischen Hafen Astakos nach Ashdod verbracht werden sollen - noch im Januar. Der Inhalt der Container wird als Munition klassifiziert (Sprengstoffe, Zündkapseln).[2] Auftraggeber ist das Military Sealift Command (MSC) der US Navy. MSC führt Rüstungstransporte eigenständig durch, greift aber je nach den äußeren Umständen immer wieder auf private Reedereien zurück. Dies ist auch bei den aktuellen Lieferungen der Fall. Sie werden von britischen Militärexperten, da sie in offenkundigem Zusammenhang mit dem Krieg in Gaza stehen, als "irregulär" eingestuft.

Beide Seiten

Die Zuarbeit einer deutschen Reederei für den Krieg in Gaza ruft die umfangreichen Rüstungsexporte aus der Bundesrepublik in den Nahen und Mittleren Osten in Erinnerung. Beliefert wird sowohl die arabische als auch die israelische Seite. So verzeichneten die Rüstungsexportberichte der Bundesregierung in den vergangenen Jahren Ausfuhren an Israel im Wert von je 15 bis 20 Millionen Euro - vor allem Marine- und Flugabwehrgerät und Teile für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge. Der Rüstungsexportbericht für das Jahr 2007, den Berlin unmittelbar vor den Weihnachtsfeiertagen veröffentlichte, nennt Ausfuhrgenehmigungen mit einem Volumen von mehr als 28 Millionen Euro: Geländewagen, Teile für Panzer, ABC-Schutzausrüstung sowie Kommunikations- und Navigationsgerät. Unter anderem die israelischen Dolphin-U-Boote stammen aus deutscher Produktion.

Alibi

In ähnlichem Umfang mit Kriegsmaterialien beliefert wird Ägypten, ein traditioneller Empfänger deutscher Rüstungsprodukte. Den Schwerpunkt bilden LKWs und Teile für gepanzerte Fahrzeuge, Kommunikationstechnik und Munition. "Deutsche Wissenschaftler und Techniker", heißt es in einer Analyse, "haben sich aktiv am Aufbau der ägyptischen Rüstungsindustrie beteiligt."[3] Tatsächlich arbeiteten während der 1950er Jahre ehemalige NS-Rüstungsexperten in Ägypten, unter anderem in der Raketenentwicklung. Zu den Experten, die mit Wissen und teilweise mit Finanzierung der Bundesregierung tätig waren, zählte ein früherer Direktor der "Reichswerke Hermann Göring" und ein Spezialist der NS-Raketenforschungsstätte Großendorf.[4] Ihre Beteiligung am Aufbau einer ägyptischen Raketenproduktion, zu deren vorrangigen möglichen Einsatzzielen damals Israel gehörte, entlarvt den Alibicharakter der Behauptung, es gehe der deutschen Nahostpolitik wegen der NS-Menschheitsverbrechen vorrangig um das Wohl Israels.

Rivalen

Zu den bedeutendsten Empfängern deutscher Rüstungslieferungen außerhalb der NATO gehört seit Jahren mit Saudi-Arabien ein mittelöstlicher Staat. Die Rüstungsexportberichte verzeichnen für die vergangenen vier Jahre Ausfuhren zwischen 30 (2005) und 59 (2004) Millionen Euro: Vorrangig Flugzeugteile, Marinebedarf, Kommunikationsgerät und Kleinwaffen. Mit Saudi-Arabien rüstet Berlin nicht nur ein arabisches Land auf, sondern vor allem einen Rivalen Irans beim Kampf um die Vorherrschaft am Persischen Golf. Thinktanks in der deutschen Hauptstadt schlagen inzwischen eine intensivere Kooperation mit Riad vor. So urteilt die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP): "Will Deutschland seinen Handlungsspielraum im Nahen und Mittleren Osten erweitern, drängt sich der Gedanke einer verstärkten Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien geradezu auf."[5]

Kontrolle

Rüstungsexporte missliebiger Staaten sucht die Bundesregierung hingegen zu verhindern. Wie der deutsche Außenminister am Wochenende mitteilte, will sich Berlin an der Unterbindung iranischer Lieferungen in den Gazastreifen beteiligen. Schon in wenigen Tagen soll zu diesem Zweck eine deutsche Expertengruppe nach Ägypten reisen. "Viele meiner Gesprächspartner im Nahen Osten sagen mir", erklärte Steinmeier am Samstag, "dass der Iran großer Gewinner des Gazakonflikts zu werden droht".[6] Bereits die Hochrüstung der libanesischen Grenzen mit deutscher Hilfe [7] galt nicht zuletzt möglichen Lieferungen Teherans an die Hisbollah. Nach dortigem Muster soll nun auch der Gazastreifen von unerwünschter iranischer Zufuhr abgeschnitten werden. Die Kontrolle über die Aufrüstung der rivalisierenden nah- und mittelöstlichen Staaten mit Kriegsmaterial behält sich nach wie vor der Westen vor.

[1], [2] U.S. seeks ship to move arms to Israel; Reuters 09.01.2009
[3] Länderportrait Ägypten; Bonn International Center for Conversion, Januar 2007
[4] s. dazu Ankerland
[5] Saudi-Arabien als Partner deutscher Nahostpolitik; SWP-Studie 2008/S 35, Dezember 2008
[6] Steinmeier warnt vor Krisengewinner Iran; Focus Online 10.01.2009
[7] s. dazu Zur Zusammenarbeit bringen und Eigenständige Präsenz
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Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

12.01.2009 17:27
#44 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

...und noch ein Lagebericht, der die Kriegsverbrechen der Israelis an der palästinensischen Bevölkerung offen berichtet,
...im Gegensatz zu den beschönigenden, verlogenenen philo-israelischen Bekenntnissen von Merkel, Steinmeier, Gysi usw.

Ja, Sie gehören vor ein Kriegs- und Menschenrechtsgericht, diese Verbrecher Olmert, Livni, Barak und deren Unterstützer, z.B. in Deutschland!
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Published on Saturday, January 10, 2009
by The Guardian/UK

Gazans Warned of Escalation While Israel Faces War Crime Accusations
by Rory McCarthy

The United Nations [1]' most senior human rights [2] official said last night that the Israeli military may have committed war crimes [3] in Gaza [4]. The warning came as Israeli troops pressed on with the deadly offensive in defiance of a UN security council resolution calling for a ceasefire.

An Israeli mobile artillery unit fires a shell towards Gaza from its position outside the northern Gaza Strip January 10, 2009. Israel pressed on with a punishing Gaza offensive and Hamas fired more rockets into the Jewish state on Saturday in a two-week-old war that continued to defy international efforts to stop it.
(Jerry Lampen/Reuters)Navi Pillay, the UN high commissioner for human rights, has called for "credible, independent and transparent" investigations into possible violations of humanitarian law, and singled out an incident this week in Zeitoun, south-east of Gaza City, where up to 30 Palestinians in one house were killed by Israeli shelling.

Pillay, a former international criminal court judge from South Africa, told the BBC the incident "appears to have all the elements of war crimes".

The accusation came as Israel kept up its two-week-old air and ground offensive in Gaza and dismissed as "unworkable" the UN security council resolution which had called for "an immediate, durable and fully respected ceasefire".

Protests against the offensive were held across the world yesterday just as diplomacy to halt the conflict appeared to falter.

With the Palestinian casualty toll rising to around 800 dead, including 265 children, and more than 3,000 injured, fresh evidence emerged yesterday of the killings in Zeitoun. It was "one of the gravest incidents" since Israel's offensive began two weeks ago, the UN office for the co-ordination of humanitarian affairs said yesterday.

"There is an international obligation on the part of soldiers in their position to protect civilians, not to kill civilians indiscriminately in the first place, and when they do, to make sure that they help the wounded," Pillay told Reuters. "In this particular case these children were helpless and the soldiers were close by," she added.

An Israeli military spokeswoman, Avital Leibovich, said the incident was still being examined. "We don't warn people to go to other buildings, this is not something we do," she said. "We don't know this case, we don't know that we attacked it."

Despite the intense bombardment, militants in Gaza fired at least 30 rockets into southern Israel yesterday. Sami Abu Zuhri, a Hamas spokesman, told al-Jazeera TV: "This resolution doesn't mean that the war is over. We call on Palestinian fighters to mobilise and be ready to face the offensive, and we urge the Arab masses to carry on with their angry protests."

Israeli officials said they could not be expected to halt their military operation while the rockets continued and said they first wanted an end to the rocket fire and a "mechanism" to prevent Hamas rearming in future.

"The whole idea that Israel will unilaterally stop protecting our people when Hamas is sending rockets into our cities to kill our people is not a reasonable request of Israel," said Mark Regev, spokesman for prime minister Ehud Olmert. Israel wanted security for its people in southern Israel, he said, and dismissed suggestions his military might seek to topple Hamas, saying they were "not in the regime-change business".

Israeli public opinion still strongly favours the war. One poll of Jewish Israelis yesterday, by the War and Peace Index, said 90% of the population supported continuing the operation until Israel achieved all its goals.

Olmert held a meeting of his security cabinet, and on the agenda was discussion about whether to intensify the offensive by launching a fresh stage of attacks in which Israeli troops would invade the major urban areas of Gaza as more reservists were called up. There was no word on the outcome.

So far 13 Israelis have been killed in this conflict, of whom three were civilians.

Another 23 Palestinians were killed by the Israeli military yesterday. Seven from one family, including an infant, died when Israeli jets bombed a five-storey building in Beit Lahiya, in northern Gaza. There was heavy aerial bombing and artillery fire across the territory.

More than 20,000 Gazans have fled their homes in the north of the strip and thousands more in the south. In some cases Israeli troops have told them to leave, or dropped leaflets warning them to evacuate their homes. Some are even dividing their families between different addresses for fear of losing them all in a single air strike.

"Many people are leaving their homes and moving to the centre of the cities," said Abdel Karim Ashour, 53, who works with a local aid agency, the Palestinian Agricultural Relief Committee. He, his wife and their four children fled their house on the coastal road in northern Gaza on the third day of the conflict. He sent the four children to stay with his brother while he and his wife are staying at a friend's house. "We were in an area of heavy shelling, so we left and I divided the family to try to reduce the victims if we face any trouble. We try and keep in touch by telephone but there are problems with the network," he said. "We're just hoping for a ceasefire. If the fighting goes on there will be more victims."

© 2009 Guardian News and Media Limited 2009

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Article printed from http://www.CommonDreams.org

URL to article: http://www.commondreams.org/headline/2009/01/10-1

siemandl Offline

Foren-Profi

Beiträge: 262

12.01.2009 19:24
#45 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Langsam bin ich geneigt in meinem Posting vom 30.1208 um 18Uhr58 in diesem Thread das Wort "latent" zu streichen, und beim Wort "Phänomen" kann man "und eine Tatsache" im Satz hinzufügen.

Da hier ständig zitiert und verlinkt wird, wenn es sein muß, ich kann dies auch. Hier z.B. kann man sich auch informieren: http://www.hagalil.com/

Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

13.01.2009 09:16
#46 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Zitat von siemandl
Langsam bin ich geneigt in meinem Posting vom 30.1208 um 18Uhr58 in diesem Thread das Wort "latent" zu streichen, und beim Wort "Phänomen" kann man "und eine Tatsache" im Satz hinzufügen.

Da hier ständig zitiert und verlinkt wird, wenn es sein muß, ich kann dies auch. Hier z.B. kann man sich auch informieren: http://www.hagalil.com/


Klar, siemandl!
Wer die Zerstörung von Wohnungen, Schulen, Versorgungeseinrichtungen, Krankenhäusern der Israelis im Gaza kritisiert,
ist natürlich ein Antisemit!
Wer die, seit 1967 betriebene Raub-, Okkupations-, Vertreibungs- und Annexions-Politik der Israelis in der Westbank und im Gaza kritisiert,
ist natürlich ein Antisemit!
Wer die blutigen Dauer-Angriffe und Bombardierungen der hochgerüsteten, israelischen Armee auf das dicht besiedelte und abgeriegelte Ghetto Gaza, mit wiederum tausend von Toten und tausenden unversorgten Verletzten kritisiert,
ist natürlich ein Antisemit!
Wer die vielen bisherigen Massaker, die Folterungen und die Killeraktionen der IDF an den Palästinensern (ich unterscheide hier bewußt nicht zwischen Frauen, Kindern und Männern, denn alle spüren den Schmerz und das Leid gleichermaßen!)kritisiert,
ist natürlich ein Antisemit!

Klar siemandl!
Alle diese aufgezählten Antisemiten befinden sich in guter Gesellschaft mit Ban KiMoon dem UN Generalsekretär!

Klar siemandl!
Auch Sie dürfen einen Link zu den Ihnen vertrauenswürdiger erscheinenden Medien hier einsetzen!
Aber auf der verlinkten Site bei hagalil ist mir vor allem aufgefallen, daß die "ach, so falschen Presseberichte aus dem Gaza" verurteilt wurden!

Daher eine Frage, die Sie sicher beantworten können:
"Warum macht Israel auch für die weltweite, freie Presse die Grenzen zum Gaza dicht?"

Ich sage es Ihnen!
Damit die Welt von dem blutigen Gemetzel der israelischen Armee möglichst nichts zu sehen bekommt.
Dafür werden dann die Fotos von den irsaelischen, embedded Journalists, um die Welt geschickt.

siemandl Offline

Foren-Profi

Beiträge: 262

13.01.2009 10:35
#47 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

@ Pinasse

Ihre heftige Antwort auf mein kleines Posting habe ich so erwartet. Sie gibt meiner Vermutung Recht, Sie dulden keine anderen Meinungen und Ansichten.

Wenn Sie Fragen, die Sie mir stellen, wirklich beantwortet haben wollen, dann dürfen Sie, die Ihrer Meinung nach einzige richtige Antwort darauf, nicht gleich anschließend vorgeben.

Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

13.01.2009 11:17
#48 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Hier eine Stellungnahme von Uri Avnery!
Nach "siemandl" auch ein Antisemit, gelle?


Die Lügen des Kriegs
Uri Avnery 12.01.2009

Warum Israel den Krieg nicht gewinnen und die Hamas ihn nicht verlieren kann!

Vor fast 70 Jahren wurde während des Zweiten Weltkriegs in Leningrad ein abscheuliches Verbrechen begangen. Länger als tausend Tage hielt eine Gang von Extremisten, die "Rote Armee" genannt wurde, Millionen von Einwohnern der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit, als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte. Nicht lange zuvor wurde in England ein ähnliches Verbrechen begangen. Die Churchillbande versteckte sich inmitten in die Londoner Bevölkerung und missbrauchte Millionen von Bürgern als menschliche Schutzschilde. Die Deutschen waren so gezwungen, ihre Luftwaffe zu schicken und die Stadt widerwillig in Schutt und Asche zu legen.
Dies ist die Beschreibung, die jetzt in den Geschichtsbüchern stünde – wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten.

Absurd?
Nicht absurder als die täglichen Nachrichten unserer Medien, die so oft wiederholt werden, dass einem speiübel wird:
"Die Hamas-Terroristen halten die Bewohner des Gazastreifen als "Geiseln" und benützen die Frauen und Kinder als "menschliche Schutzschilde", sie lassen uns keine Alternative, als massive Bombardements durchzuführen, in denen zu unserm großen Bedauern Tausende von Frauen, Kinder und unbewaffneten Männer verletzt oder gar getötet werden."

In diesem Krieg – wie in allen modernen Kriegen - spielt die Propaganda eine große Rolle. Das reale Kräfteverhältnis zwischen der israelischen Armee mit ihren Kampfflugzeugen, Drohnen, Kriegsschiffen, Panzern, ihrer Artillerie einerseits und den paar Tausend leicht bewaffneten Hamaskämpfer ist 1.000:1, wenn nicht sogar 1.000.000:1.
Auf der politischen Ebene ist der Unterschied vielleicht sogar noch größer. Aber im Propagandakrieg ist der Unterschied grenzenlos.

Fast alle westlichen Medien wiederholten anfangs die offizielle israelische Propagandalinie.
Sie ignorierten fast völlig die palästinensische Seite der Geschichte, ebenso wie die täglichen Demonstrationen des israelischen Friedenslagers.
Die Gründe der israelischen Regierung ("Der Staat muss seine Bürger gegen die Kassam-Raketen schützen") wurde wie die reine Wahrheit akzeptiert.
Der Blickwinkel von der anderen Seite, dass die Kassams nämlich nur eine Antwort auf die Belagerung seien, die anderthalb Millionen Menschen im Gazastreifen an die Grenze des Verhungerns bringt, wurde überhaupt nicht erwähnt.

Erst als die schrecklichen Szenen aus dem Gazastreifen auf den westlichen Bildschirmen zu erscheinen begannen, fing die öffentliche Meinung der Welt langsam an sich zu verändern.

Die westlichen und israelischen Fernsehkanäle zeigten zwar nur einen winzigen Teil des entsetzlichen Geschehens, das jeden Tag 24 Stunden lang auf dem arabischen Sender Al-Dschasira zu sehen ist, aber ein Bild eines toten Babys in den Armen seines in Angst und Schrecken versetzten Vaters ist mächtiger als Tausend elegant formulierte Sätze des israelischen Armeesprechers. Und das ist letztendlich entscheidend.

Der Krieg – jeder Krieg – ist ein Lügenreich.
Ob dies nun Propaganda oder psychologische Kriegsführung genannt wird, jeder akzeptiert, dass es richtig ist, für sein Land zu lügen.
Jeder, der die Wahrheit sagt, riskiert, als Verräter gebrandmarkt zu werden.

Das Problem ist, dass Propaganda zuerst und vor allem den Propagandisten selbst überzeugt. Und nachdem man sich selbst davon überzeugt hat, dass die Lüge die Wahrheit und die Verfälschung die Realität ist, kann man keine vernünftigen Entscheidungen mehr treffen.

Ein Beispiel für diesen Prozess lieferte die bis jetzt erschreckendste Gräueltat dieses Krieges: das Beschießen der UN-Fakhura-Schule im Jabaliya-Flüchtlingslager.

Kurz nachdem dieser Vorfall weltweit bekannt wurde, "enthüllte" die Armee, dass Hamaskämpfer von einem Vorplatz der Schule aus Mörsergranaten abgeschossen hätten. Als Beweis veröffentlichte man eine Luftaufnahme, auf der tatsächlich die Schule und der Mörser zu sehen waren. Aber innerhalb kurzer Zeit musste der offizielle Armeelügner zugeben, dass das Photo älter als ein Jahr sei. Also eine Fälschung.

Später behauptete der offizielle Lügner, dass "unsere Soldaten aus dem Inneren der Schule" beschossen worden seien. Aber kaum einen Tag danach musste die Armee dem UN-Personal gegenüber zugeben, dass auch dies eine Lüge gewesen war. Keiner hatte aus der Schule geschossen, keine Hamaskämpfer waren in der Schule, die voll verängstigter Flüchtlinge war.

Aber das Eingeständnis wurde kaum mehr wahrgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war die israelische Öffentlichkeit vollkommen davon überzeugt, dass "aus der Schule geschossen worden war" - und Fernsehsprecher zitierten dies als einfache Tatsache.

Genau so ging es mit den anderen Gräueltaten.
Jedes Baby wurde im Augenblick seines Todes zu einem Hamas-Terroristen. Jede zerbombte Moschee wurde sofort zu einer Hamasbasis; jedes Wohngebäude zu einem Waffenversteck; jede Schule zu einem Terrorkommandoposten; jedes zivile Regierungsgebäude zu einem "Herrschaftssymbol der Hamas".
Auf diese Weise blieb die israelische Armee die "moralischste Armee der Welt".

Die Wahrheit ist, dass die Gräueltaten eine direkte Folge des Kriegsplanes waren

Dies wirft ein Licht auf die Persönlichkeit Ehud Baraks – eines Mannes, dessen Denk- und Handlungsweisen ein klarer Beweis für das ist, was "moralischer Irrsinn" genannt wird.

Das wirkliche Ziel - abgesehen davon, mehr Sitze bei den kommenden Wahlen zu gewinnen - ist die Beendigung der Hamasherrschaft im Gazastreifen. In der Vorstellung der Kriegsplaner, sieht die Hamas wie ein Eindringling aus, der fremdes Land kontrolliert. Die Wirklichkeit sieht natürlich ganz anders aus.

Die Hamasbewegung hat bei den ausgesprochen demokratischen Wahlen, die 2006 in der Westbank, in Ostjerusalem und im Gazastreifen stattgefunden haben, die Mehrheit der Stimmen gewonnen. Sie gewann, weil die Palästinenser zur Schlussfolgerung gekommen waren, dass die Fatah durch ihre friedliche, also gewaltfreie Herangehensweise nichts von Israel erreicht hat – weder den Stopp des Siedlungsbaus noch irgendeinen bedeutsamen Schritt in Richtung eines Endes der Besatzung oder der Schaffung des palästinensischen Staates.
Die Hamas ist tief in der Bevölkerung verwurzelt – nicht nur als Widerstandsbewegung, die den fremden Besatzer bekämpft so wie einst die (jüdische) Irgun und die Sterngruppe –, sondern auch als eine politische und religiöse Organisation, die im sozialen, schulischen und medizinischen Bereich aktiv ist.

Vom Standpunkt der Bevölkerung sind die Hamaskämpfer keine Fremdkörper, sondern die Söhne einer jeden Familie im Gazastreifen wie auch in den anderen palästinensischen Gebieten. Sie verstecken sich nicht "inmitten der Bevölkerung", die Bevölkerung sieht sie als ihre einzigen Verteidiger an.

Deshalb gründet sich die ganze Operation auf irrigen Vermutungen.
Das Leben der Bevölkerung in eine Hölle zu verwandeln, wird die Bevölkerung nicht dahin bringen, sich gegen die Hamas zu erheben, sondern das Gegenteil erreichen, sie vereinigt sich hinter der Hamas und verstärkt ihre Entscheidung, sich nicht zu ergeben.
Die Bewohner von Leningrad haben sich nicht gegen Stalin erhoben, so wenig wie die von London gegen Churchill.

Derjenige, der den Befehl für solch einen Krieg mit solchen Methoden in einem dicht bevölkerten Gebiet gegeben hat, weiß, dass dieser ein entsetzliches Gemetzel unter der Zivilbevölkerung anrichten wird. Anscheinend hat ihm dies nichts ausgemacht. Oder er glaubt, "dies wird ihr Verhalten verändern" und " es wird ihr Bewusstsein verändern", so dass sie zukünftig Israel nicht mehr zu widerstehen wagen würden.

Die Hauptsache für die Kriegsplaner war, die Todesrate unter den eigenen Soldaten so gering wie möglich zu halten, da sie wussten, dass die Stimmung eines großen Teils der Pro-Krieg-Öffentlichkeit sich ändern würde, sobald Berichte über eigene Todesopfern kommen würden. So war es beim ersten und zweiten Libanonkrieg.

Diese Einstellung spielte eine besonders wichtige Rolle, weil der ganze Krieg ein Teil der Wahlkampagne ist. Ehud Barak, der in den ersten Tagen des Krieges in den Umfragen gewonnen hatte, wusste, dass seine Werte fallen würden, sobald Bilder mit toten Soldaten die Fernsehschirme füllen würden.

Deshalb wurde eine neue Doktrin formuliert:
Um Verluste unter unseren Soldaten zu vermeiden, solle alles, was in ihrem Weg steht, total zerstört werden. Die Planer waren also nicht nur bereit, 80 Palästinenser zu töten, um einen israelischen Soldaten zu retten, wie es schon geschehen ist, sondern auch 800. Die Vermeidung von Todesfällen auf unserer Seite ist der vordringlichste Befehl, der Rekordzahlen von zivilen Toten auf der andern Seite verursachte.

Dies bedeutete die bewusste Entscheidung für eine besonders grausame Kriegsführung – und das war ihre Achillesferse.

Eine Person ohne Fantasie wie Barak (sein Wahlslogan heißt: "Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer") kann sich nicht vorstellen, wie anständige Leute rund um den Globus auf solche Aktionen wie die Tötung ganzer Großfamilien, die Zerstörung der Häuser über den Köpfen ihrer Bewohner, auf die Reihen von Jungen und Mädchen in Leichensäcken, auf die Berichte über Leute, die tagelang zu Tode bluten, weil die Krankenwagen nicht zu ihnen durchgelassen werden, auf das Töten von Ärzten und Sanitätern, die auf dem Weg sind, Leben zu retten, auf Berichte über das Erschießen von UN-Fahrern, die Lebensmittel bringen, reagieren. Die Fotos aus den Krankenhäusern mit den Toten, Sterbenden und Verletzten, die aus Platzmangel alle zusammen auf dem Fußboden liegen, haben die Welt erschüttert.
Kein Argument hat die Kraft eines Bildes von einem verwundeten kleinen Mädchen, das dort auf dem Boden liegt, sich vor Schmerzen krümmt und "Mama! Mama"! schreit.

Die Kriegsplaner dachten, sie könnten die Welt daran hindern, solche Bilder zu sehen, wenn sie die Presse gewaltsam davon abhalten, zum Schauplatz der Kämpfe zu gelangen.
Die israelischen Journalisten waren zu ihrer Schande damit einverstanden, die Berichte und Photos zu bringen, die sie vom Armeesprecher erhielten, als ob dies authentische Nachrichten seien, während sie selbst meilenweit von den Ereignissen entfernt blieben.
Ausländische Journalisten wurden gar nicht erst zugelassen, bis sie protestierten und dann zu kurzen ausgewählten und überwachten Trips mitgenommen wurden. Aber in einem modernen Krieg kann eine solch sterile und fabrizierte Sicht alle anderen Perspektiven nicht vollständig ausschließen.
Die Kameras sind im Gazastreifen mitten in der Hölle und können nicht kontrolliert werden.
Der arabische Sender Alj-Dschasira bringt die Bilder rund um die Uhr und erreicht jedes Haus.

Die Schlacht um den Fernsehschirm ist eine der entscheidenden Schlachten des Krieges

Hunderte Millionen Araber von Mauretanien bis zum Irak, mehr als eine Milliarde Muslime von Nigeria bis Indonesien sehen diese Bilder und sind geschockt. Dies hat eine große Auswirkung auf den Krieg. Viele der Fernsehzuschauer sehen die Herrscher Ägyptens, Jordaniens und der Palästinensischen Behörde als Kollaborateure Israels, das diese Gräueltaten gegen ihre palästinensischen Brüder ausführt.

Die Sicherheitsdienste der arabischen Regime registrieren eine gefährliche Unruhe in der Bevölkerung. Hosni Mubarak, der aufgrund der von ihm zu verantwortenden Schließung des Rafah-Grenzüberganges angesichts panischer Flüchtlinge verantwortlich ist, der exponierteste aller arabischen Führer, begann Druck auf die Entscheidungsträger in Washington auszuüben, die bis jetzt alle Aufrufe für eine Feuerpause blockiert hatten. Diese verstanden langsam die Gefahr für die amerikanischen Interessen in der arabischen Welt und veränderten auf einmal ihre Haltung, was unter den selbstzufriedenen israelischen Diplomaten Bestürzung hervorrief.

Leute mit "moralischem Irrsinn" können die Motive normaler Menschen nicht verstehen und müssen ihre Reaktionen erraten.
"Wie viele Divisionen hat der Papst?", spottete Stalin.
"Wie viele Divisionen haben die Menschen mit Gewissen?", könnte Ehud Barak nun fragen.

Wie sich herausstellt, haben sie einige.
Nicht sehr viele. Und sie reagieren auch nicht sehr schnell. Sie sind auch nicht stark und gut organisiert. Aber in einem bestimmten Moment, wenn die Gräueltaten überhand nehmen und die Massen der protestierenden Demonstranten zusammenkommen, kann dies einen Krieg entscheiden.

Ein Verbrechen gegen den Staat Israel
Das Versagen, das Wesen der Hamas zu begreifen, hat auch ein weiteres Versagen verursacht, nämlich die voraussagbaren Folgen zu verstehen:
"Nicht nur dass Israel den Krieg nicht gewinnen kann - die Hamas kann ihn auch gar nicht verlieren."

Selbst wenn es der israelischen Armee gelingen sollte, jeden Hamaskämpfer bis zum letzten Mann zu töten, selbst dann würde die Hamas siegen. Die Hamaskämpfer würden für die arabische Nation als Vorbilder dastehen, als die Helden des palästinensischen Volkes, als Vorbilder, denen jeder junge Mann in der arabischen Welt nacheifern sollte. Die Westbank würde wie eine reife Frucht in die Hände der Hamas fallen. Die Fatah würde in einem Meer der Verachtung untergehen, die arabischen Regime wären in Gefahr zusammenzubrechen.

Falls der Krieg mit einer noch aufrecht stehenden, wenn auch blutenden, aber unbezwungenen Hamas endet – angesichts einer so mächtigen Militärmaschine wie der israelischen -, dann würde dies wie ein fantastischer Sieg aussehen, wie ein Sieg des Geistes über das Material.

Was sich in das Bewusstsein der Welt einprägen wird, wird das Image von Israel als blutrünstigem Monster sein, das bereit ist, jeden Augenblick Kriegsverbrechen zu begehen, und nicht bereit ist, sich an moralische Einschränkungen zu halten. Dies wird langfristig gesehen schwerwiegende Konsequenzen für unsere Zukunft, für unsere Position in der Welt haben und für unsere Chancen, Frieden und Ruhe zu erlangen.

Am Ende ist dieser Krieg auch ein Verbrechen gegen uns selbst, ein Verbrechen gegen den Staat Israel.

Uri Avnery (1) ist Gründer der Friedensbewegung Gush Shalom (2). Der langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Personen der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden. Aus dem Englischen übersetzt von Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert.

Links
(1) http://www.uri-avnery.de/
(2) http://www.gush-shalom.org/


Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29514/1.html


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siemandl Offline

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13.01.2009 12:50
#49 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Zitat Pinasse:
"Hier eine Stellungnahme von Uri Avnery!
Nach "siemandl" auch ein Antisemit, gelle?"

Jetzt Pinasse kann ich Sie nur noch schwer verstehen.
Sie echauvieren sich doch eigentlich nur über einen Satz von mir, den ich in meinem ersten Posting in diesem Thread geschrieben habe. Ich zitiere mich mal ausnahmsweise selbst:

"@ Pinasse:
Der latente linke Antisemitismus in unserem Land ist schon ein Phänomen."

Ich habe dies bewußt auf Deutschland bezogen. Herr Averny, den ich übrigens sehr schätze, hat Deutschland bereits als 10jähriger 1933 mit seinen Eltern verlassen. Für den linken Antisemitismus in Deutschland ist unsere Gesellschaft schon selbst verantwortlich.

Pinasse Offline

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13.01.2009 15:27
#50 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

In Antwort auf:
Ich habe dies bewußt auf Deutschland bezogen. Herr Averny, den ich übrigens sehr schätze, hat Deutschland bereits als 10jähriger 1933 mit seinen Eltern verlassen. Für den linken Antisemitismus in Deutschland ist unsere Gesellschaft schon selbst verantwortlich.


Siemandl!
Merkwürdig inkonsequent Ihre Beiträge!

Ich habe ironisch die Frage gestellt, ob nun Avnery auch ein Antisemit sei, weil seine Stellungnahme vom 12.01.08 (die ich hier auch einstellte) genau meine Argumentation und damit die vieler anderer Einwohner Deutschlands, denen Sie "linken Antisemitismus" vorwerfen, stützt und bestätigt.

Verstehe ich das richtig: Weil Avnery Deutschland als 10-Jähriger verlassen hat und nun in Israel lebt, wird er offensichtlich von Ihnen nicht unter "linke Antisemiten" subsumiert?

Heißt das für Sie auch, daß Deutsche und in Deutschland lebende Personen nicht die Meinung von Avnery teilen dürfen, ohne als Antisemit beschimpft zu werden?

siemandl Offline

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13.01.2009 18:34
#51 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Pinasse,
Ironie sollte eindeutig sein, dann muß man hinterher nichts als solche darstellen.

Heimatfreund Offline

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13.01.2009 19:28
#52 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten
Pinasse Offline

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14.01.2009 10:13
#53 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten
14.01.2009 / Schwerpunkt / Seite 3Inhalt
Tageszeitung "junge welt" 14.1.09

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Knast statt Krieg

Erster Reservist in Israel wegen Verweigerung des Militäreinsatzes in Gaza zu zweiwöchiger Arreststrafe verurteilt

Von Rüdiger Göbel

Stoppt das Morden, Verhandlungen beginnen:

Antikriegskundgebung am 10. Januar in Tel Aviv
Foto: AP (<http://www.jungewelt.de/2009/01-14/048.php>)

In Israel ist der erste Reservist verurteilt worden, der sich dem Kriegs­einsatz im Gazastreifen verweigert. Die Organisation »Ometz Iesarev« (Mut zum Verweigern – Courage to Refuse) teilte am Dienstag mit, der 35jährige wolle mit seiner Weigerung gegen den Tod Hunderter Palästinenser in Gaza protestieren, seinen Namen aber nicht in den Medien genannt haben. Wegen »Gehorsamsverweigerung« sei er zu 14 Tagen Arrest verurteilt worden. Gegenüber AFP bestätigte ein Sprecher der israelischen Armee die Verurteilung des Kriegsgegners.
Gleichzeitig wiegelte das Militär ab und sprach von einer Woche Haft wegen »illegaler Abwesenheit«. Außerdem habe der Mann nicht in den Gazastreifen geschickt werden sollen.

In »Ometz Iesarev« haben sich Soldaten und Offiziere der israelischen Armee zusammengeschlossen, die sich gegen die Besatzungspolitik ihres Landes wenden.
Am vergangenen Donnerstag hatten rund 300 ihrer Anhänger vor dem Verteidigungsministerium in Tel Aviv protestiert. »Die Demonstranten riefen zur Beendigung des Krieges in Gaza und Soldaten der israelischen Armee zur Verweigerung auf«, so »Ometz Iesarev«.

Noch ist die Resonanz bescheiden:
Seit Beginn der israelischen Offensive »Gegossenes Blei« am 27. Dezember hätten acht Reservisten angerufen, um rechtlichen Rat zu bekommen. Drei der Anrufer hätten letztlich den Einsatz im Gaza­streifen verweigert. Zweien davon sei es aber gelungen, mit ihren Vorgesetzten eine Regelung auszuhandeln, daß sie nicht an die Front müssen.

Einer der Reservisten, die sich dem Einsatz in Gaza verweigerten, ist Yitzchak Ben Mocha. Er war zu seiner Fallschirmspringer-Eliteeinheit einberufen worden, meldete sich dort, verweigerte aber die Ausführung von Befehlen. Daraufhin schickte ihn das Militär wieder nach Hause. Am Montag stellte er seine Gründe ausführlich im australischen Sender ABC vor:
»Ich bin in die Armee eingetreten, weil ich Teil einer Armee sein wollte, die Israel verteidigt. Doch im Laufe meines Dienstes setzte sich die Erkenntnis durch, daß der Staat Israel weder dem Ende der Besatzung noch dem Leiden eines ganzen Volkes noch dem Leben der eingesetzten Soldaten auf politischer und sozialer Ebene Priorität einräumt.« Die Ausübung von Gewalt und Unterdrückung gegenüber einem ganzen Volk könne zu nichts Gutem führen, begründete der 25jährige sein Nein zum Kriegseinsatz in Gaza weiter (siehe unten).

Doch nicht nur Reservisten verweigern dem Besatzungsregime die Gefolgschaft.
Bekannt geworden sind auch Abiturienten, die sich in der israelischen Gruppe »Shministim« zusammengeschlossen haben. Sie protestieren mit ihrer Verweigerung »gegen die Politik der Besatzung und gegen die Methoden des Militärapparats, wie sie sich heute darstellen: Rechtsverletzungen, rassistische Diskriminierung und völkerrechtswidriges Handeln«.
Darüber hinaus gibt es einen hohen Prozentsatz von israelischen Wehrpflichtigen, die sich der Ableistung des Militärdienstes entziehen.
Nicht einmal die Hälfte eines Jahrgangs leistet Militärdienst oder beendet ihn regulär, berichtet die antimilitaristische Organisation »New Profile« unter Berufung auf offizielle Angaben der israelischen Armee, die aber nach wie vor zu den schlagkräftigsten und am besten ausgerüsteten Streitmächten weltweit zählt.
siemandl Offline

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14.01.2009 10:31
#54 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

info über die "junge welt" gibt es bei Wikipedia. Anklicken und das Wort Antisemitismus suchen und auch finden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Welt

Pinasse Offline

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14.01.2009 11:22
#55 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Eine weitere aktuelle Lage- und Situationsbeschreibung zum Nahost-Konflikt in der Tageszeitung
"junge welt" vom 14.1.09:

14.01.2009 / Thema / Seite 10Inhalt

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Israel braucht Hamas

Das zionistische Projekt benötigt eine feindliche Umwelt, um die Fiktion einer Existenzbedrohung zu nähren. Mit dem Überfall auf Gaza macht Tel Aviv zugleich erste Annäherungen von sunnitischen arabischen Staaten zunichte

Von Knut Mellenthin

Schlüssel für eine Waffenruhe:
Auflösung der Blockade und Wiederaufnahme der überlebenswichtigen zivilen Lieferungen (Hamas-Demonstration im November 2007)
Foto: AP <http://www.jungewelt.de/2009/01-14/001.php>

»Kann Israel seinen Angriff auf Gaza überleben?«
– Eine nicht nur auf den ersten, sondern auch auf den zweiten Blick seltsam wirklichkeitsferne Frage.
Gestellt wurde sie am 8. Januar in der Time von Tim McGirk, dem Jerusalemer Chefkorrespondenten des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins.

Dem Journalisten, der für sein Blatt zuvor schon im Irak, in Afghanistan und Pakistan tätig war, ist aufgefallen, daß die Effekte des Krieges gegen die Bevölkerung des Gazagebiets für Israel überwiegend kontraproduktiv sind. Beispielsweise untergrabe Israel durch die Tötung von Hunderten Palästinensern »seine Hoffnungen, mit den gemäßigten sunnitischen arabischen Staaten gemeinsame Sache gegen die atomaren Ambitionen des schiitischen Iran machen zu können«. »Die Gaza-Offensive hat Israels wenige arabische Verbündete erheblich geschwächt.«

Zwar könne Israel »selbst in einer gefährlichen Nachbarschaft« aufgrund seiner militärischen Stärke »noch jahrelang in einem Zustand weiterleben, der weder totaler Krieg noch wirklicher Frieden ist, jederzeit bereit, bittere, aber begrenzte Konflikte wie im Libanon oder in Gaza auszutragen«.
Jedoch, gibt McGirk zu bedenken, »militärische Macht wäre nutzlos gegen die Gefahr, die innerhalb seiner Grenzen lauert«:
Wenn man Israel und die von ihm besetzten oder kontrollierten Palästinensergebiete zusammen betrachtet, habe die arabische Bevölkerung schon jetzt ein leichtes Übergewicht, das sich aufgrund der höheren Geburtenrate immer weiter vergrößern werde.

Schwächung der Abbas-Regierung
Israel bleibe deshalb gar nichts anderes übrig als der Rückzug aus einem großen Teil der besetzten Gebiete und das Arrangement mit einer palästinensischen Staatsgründung.
Israels Führer, meint der Time-Autor, müßten »anerkennen, daß, wenn Hamas militärisch nicht geschlagen werden kann, sie politisch eingebunden werden muß. Das heißt, man muß die Idee akzeptieren, mit irgendeiner Art von palästinensischer Einheitsregierung umzugehen, die Hamas einschließt. Eine Koalition zwischen Hamas und Abbas ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft eines Palästinenserstaates und für die Mäßigung des Extremismus von Hamas.«

– Es folgt die unvermeidliche Hoffnung auf den neuen US-Präsidenten Barack Obama, der am 20. Januar die Nachfolge des auf ganzer Linie gescheiterten George W. Bush antreten wird.

Time-Mann McGirk steht mit seiner Sorge um die Folgen des Gaza-Massakers für Israel keineswegs allein da.
Im zweiten großen Nachrichtenmagazin der USA, Newsweek-online (10. Januar), fragt Fareed Zakaria, einer der führenden Redakteure,
»Was läßt Ahmadinedschad lächeln?«.
Antwort:
»Der Angriff auf Gaza hat Irans Falken gestärkt und die gemäßigten Araber beschädigt, die sich auf Israel zubewegt haben.«
»Israels militärische Aktionen haben eine Tendenz untergraben, die sich zu seinem Vorteil entwickelt hatte. In den letzten zwei Jahren sind Länder wie Ägypten, Saudi-Arabien und Jordanien zu der Erkenntnis gekommen, daß ihre größte regionale Sorge der Aufstieg Irans ist – und daß sie bei diesem Thema in ihren Interessen und Perspektiven mit Israel verbunden sind.«


Der Schwachpunkt sei dabei jedoch die arabische öffentliche Meinung gewesen, und diese entwickle sich nun aufgrund des Gaza-Massakers negativ für Israel.
Ähnlich sei es im Iran:
»Die Gewichte verschieben sich. Die Gemäßigten schweigen jetzt. Reformerische Zeitungen bringen auf ihren Titelseiten Fotos toter palästinensischer Babys.«

Auf der linken Website Antiwar.com ließ Helena Cobban, langjährige Kolumnistin des Chri­stian Science Monitor, am 10. Januar die Feldzüge Israels seit dem Oktoberkrieg von 1973 Revue passieren. Davon fünf im Libanon (1978, 1982, 1993, 1996 und 2006) und zwei in den besetzten Gebieten (2002 gegen die Westbank und aktuell gegen das Gazagebiet).
Cobbans Fazit:
Insgesamt sei in der Folge dieser Militäraktionen das Gegenteil von dem eingetreten, was die jeweiligen israelischen Regierungen beabsichtigt hätten.
Im Libanon sei die mit dem Iran verbündete schiitische Hisbollah zur stärksten politischen, sozialen und militärischen Kraft des Landes geworden.
In den besetzten und kontrollierten Palästinensergebieten sei, nicht zuletzt aufgrund des israelischen Vorgehens, die vergleichsweise gemäßigte Gruppe um Präsident Mahmud Abbas geschwächt, hingegen die militant-islamistische Hamas gestärkt worden.


Den Feststellungen Cobbans ist insoweit nicht zu widersprechen.
Hat man daraus aber wirklich zu schlußfolgern, daß die wechselnden israelischen Regierungen seit mindestens 30 Jahren – im Grunde müßte man auch die vorangegangenen 30 Jahre seit der Staatsgründung einbeziehen – stur und unbelehrbar an Verhaltensweisen festhalten, die den strategischen Interessen und Zielen des zionistischen Staates widersprechen und ihnen schweren Schaden zufügen? Oder sollte man nicht vielmehr dem Gedanken nähertreten, daß das, was Außenstehenden als kontraproduktiv und widersinnig erscheinen muß, von der israelischen Führung teils als unvermeidliche Nebenwirkungen bewußt in Kauf genommen wird, teils aber sogar direkt beabsichtigt ist? Dieser Erklärungsansatz schließt selbstverständlich nicht aus, daß einige militärische Unternehmungen, so insbesondere der Libanon-Krieg im Sommer 2006, aus zionistischer Sicht nicht optimal verlaufen sind und zudem die dafür verantwortlichen Politiker erheblich beschädigt haben.

Betrachten wir in diesem Zusammenhang den Ende Dezember 2008 begonnenen, aber schon seit mehreren Jahren geplanten und vorbereiteten Überfall auf das Gazagebiet.

Die negativen Auswirkungen auf die arabischen Staaten der Region und im weiteren Sinn auf große Teile der islamischen Welt waren vollständig vorauszusehen, zumal dafür schon seit Jahrzehnten umfangreiche Erfahrungswerte gesammelt wurden. Auch der Umstand, daß das Gaza-Massaker das kollaborationswillige Regime von Abbas weiter demontiert und daß Hamas aus diesem Krieg vielleicht sogar politisch-moralisch gestärkt hervorgehen wird, kommt nicht wirklich überraschend.
Man darf getrost davon ausgehen, daß die israelische Führung diese Faktoren und Wirkungen in den vielen Monaten der Planung abgewogen und in ihre Kalkulationen einbezogen hat. Wenn man sich von dem sachlich durch nichts gerechtfertigten Gedanken freimacht, der zionistische Staat strebe eine Beendigung des permanenten Kriegszustands mit den Palästinensern und die friedliche Integration Israels in die Region an, ist die Tatsache, daß Israel scheinbar kontraproduktive Kriege führt und an einer selbstzerstörerisch erscheinenden Besatzungspraxis festhält, nicht weiter verwunderlich.

Wiederaufnahme ziviler Lieferungen

Ex-US-Präsident James Carter (hier mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, Ramallah, 27.1.2006) vermittelte im Juni 2008 die Waffenruhe und kritisiert heute die Olmert-Regierung
Foto: AP http:<//www.jungewelt.de/2009/01-14/001.php>

Nach offizieller Lesart hatte Israel gar keine andere Option als den Krieg, um die ständigen Raketenangriffe aus dem Gazagebiet abzustellen.
Deutsche Politiker von Angela Merkel (CDU) bis Gregor Gysi (Die Linke) beten das gedankenlos nach.
Gegenüber dieser auf einer Verfälschung des Sachverhalts beruhenden Argumentation hat der frühere US-Präsident James Carter (1977–1981) Recht, wenn er in der Washington Post vom 8.1.2009 von einem »unnötigen Krieg« spricht, der leicht hätte vermieden werden können. Carter weiß, wovon er spricht, denn er hat bei der Vermittlung der Waffenruhe, die am 19. Juni 2008 zwischen Israel und der Hamas vereinbart wurde, unmittelbar eine zentrale Rolle gespielt. Auch beim Versuch, die durchbrochene Waffenruhe im Dezember doch noch wiederherzustellen und zu retten, war der Expräsident persönlich aktiv.

Carter weist darauf hin – was den meisten deutschen Politikern anscheinend völlig unbekannt ist oder sie nicht interessiert –, daß zu der Vereinbarung zumindest aus Sicht der Hamas auch die volle Wiederaufnahme der überlebenswichtigen zivilen Lieferungen (Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente, Treibstoff) ins Gazagebiet gehörte. Das heißt: in dem Umfang, den diese Lieferungen vor dem einseitigen Rückzug Israels aus Gaza im Jahre 2005 gehabt hatten; das waren ungefähr 700 LKW täglich. Die israelische Regierung ließ jedoch, laut Carter, auch nach Abschluß der Vereinbarung durchschnittlich nicht einmal ein Drittel der benötigten Lieferungen durch. Im Dezember 2008, als die Waffenruhe bereits brüchig geworden war, erklärte sich Hamas bereit, die Vereinbarung wiederherzustellen, falls die Lieferungen im normalen Umfang aufgenommen würden. Zu mehr als 15 Prozent des früheren Volumens habe sich die israelische Regierung aber in dieser Situation nicht bereit erklären wollen, schreibt Carter, was für Hamas unannehmbar gewesen sei und die formale Beendigung der Waffenruhe zur Folge hatte.

Offizielle Zahlen, die von der israelischen Regierung verbreitet wurden, zeigen, daß Hamas sich sogar trotz der starken Reduzierung der Lieferungen, die einem planmäßigen Aushungern gleichkam, monatelang an die Waffenruhe hielt.
Nach einer Statistik des Intelligence and Terrorism Information Center, die bis zum Beginn des Gaza-Massakers auf der Website des israelischen Außenministeriums zu finden war, entwickelte sich die Zahl der Raketenabschüsse so: 257 im Februar 2008, 149 im Mai, 87 im Juni (am 18. dieses Monats wurde die Waffenruhe vereinbart); dann nur noch einer im Juli, acht im August, wiederum nur einer im September und zwei im Oktober.
Allen neutralen Beobachtern, einschließlich denen der UNO, war klar, daß die sehr geringe Zahl der noch erfolgenden Abschüsse mit Hamas nichts zu tun hatten und von deren Sicherheitskräften auch bei bestem Willen und mit größten Anstrengungen nicht hundertprozentig zu verhindern waren.

Offensichtlich unzufrieden mit der Entwicklung, die zum Verlust eines permanenten und populistisch sehr ergiebigen Angstmacherthemas zu führen drohte, steuerte die israelische Regierung mit einer grobschlächtigen Provokation dagegen, indem sie am 4. November 2008 durch einen Luftangriff im Grenzbereich sechs Hamas-Mitglieder töten ließ. Das ließ die Zahl der Raketenangriffe im November wieder auf 126 steigen. Indessen bleibt festzustellen, daß während der gesamten sechsmonatigen Waffenruhe, die von Hamas am 20. Dezember aufgekündigt wurde, nicht ein einziges israelisches Todesopfer zu beklagen war.

5000:15

Ingesamt kamen, wie der bekannte US-amerikanische Orientalist Juan Cole am 5. Januar 2009 schrieb, durch die primitiven, ungezielten Raketen aus dem Gazagebiet im Laufe der letzten acht Jahre insgesamt etwa 15 Israelis ums Leben. Im selben Zeitraum hätten die israelischen Streitkräfte, so Cole, annähernd 5000 Palästinenser getötet, darunter 1000 Kinder und Jugendliche.

Die Art, wie Israel im vergangenen Jahr faktisch die Waffenruhe beendete, aber die scheinbare Verantwortung dafür geschickt der Hamas zuschob, gleicht dem schon im Juni 2006 angewandten Verfahren.
Damals hatte ein Waffenstillstand mit der Hamas sogar 16 Monate lang gehalten.
Dann provozierte die israelische Regierung mit zwei Militäraktionen den Bruch.
Beim Beschuß der Küste von Gaza durch israelische Kanonenboote wurden sieben Menschen am Strand getötet; darunter ein Ehepaar mit drei kleinen Kindern. Der Vorfall, für den es keinerlei erkennbaren Anlaß gab, löste große Trauer und Wut in der Bevölkerung aus.

Am selben Tag ermordete die israelische Luftwaffe mit einem gezielten Angriff drei Mitglieder der Volkswiderstandskomitees, darunter deren Gründer Abu Jamal Samhadana.
Das von der Hamas geführte palästinensische Innenministerium hatte Samhadana wenige Wochen zuvor zum Chef einer eigenen Polizeitruppe gemacht.
Präsident Abbas, der die Kontrolle über alle Sicherheitskräfte in seiner Hand zu konzentrieren versuchte, hatte gegen die Ernennung heftig protestiert und sie für illegal erklärt. Aus Sicht der Hamas war die gezielte Mordaktion eine eindeutige Kampfansage auch gegen Regierungsmitglieder und -beamte.

Zur Erinnerung:

Hamas hatte bei der vorausgegangenen Wahl am 25. Januar 2006 die Mehrheit der Parlamentssitze gewonnen und im März 2006 eine Regierung unter ihrer Führung gebildet, da die Fatah den Eintritt in eine Koalition ablehnte.
Ende Juni 2006 schien ein Großangriff auf das Gazagebiet unmittelbar bevorzustehen, nachdem Hamas aufgrund der erwähnten israelischen Provokationen die Waffenruhe für beendet erklärt und den Abschuß von Raketen auf grenznahes israelisches Territorium wieder aufgenommen hatte.
Nach der Entführung des Soldaten Gilad Schalit am 25. Juni 2006 zerstörten israelische Kampfhubschrauber das einzige Kraftwerk des Gazagebiets, wodurch der größte Teil der Bevölkerung ohne Strom war.
Starke Verbände der israelischen Streitkräfte drangen von mehreren Seiten nach Gaza ein, machten dann aber Halt.
Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte eine größere, länger dauernde Militäroperation (»Sommerregen«) an, durch die die »terroristische Infrastruktur« im Gazagebiet zerstört werden sollte.
Israel konzentrierte sich dann jedoch auf den Feldzug gegen die libanesische Hisbollah, den es am 12. Juli 2006 begann, nachdem die schiitische Organisation in einem Gefecht zwei israelische Soldaten gefangengenommen hatte.

Spätestens seit dem Wahlsieg von Hamas im Januar 2006 wurde ein Großangriff auf Gaza immer wieder erwartet.

Einige israelische Oppositionelle hatten eine solche Aktion schon prognostiziert, nachdem die Regierung von Ariel Scharon im September 2005 die Siedlungen im Gazagebiet aufgelöst und die Besatzungstruppen abgezogen hatte. Tatsächlich war die vorherige Entfernung der Siedler eine wesentliche Voraussetzung für das jetzt praktizierte rücksichtlose militärische Vorgehen.

Ziel: Töten vieler Palästinenser

Die Offensive gegen das Gazagebiet stellt die aus Sicht der israelischen Führung logische Fortsetzung der »Operation Defensive Shield« dar, die am 29. März 2002 mit dem Angriff auf Ramallah begann und sich auf die Westbank konzentrierte. Analog zum jetzigen Vorgehen gegen Gaza handelte es sich um die größte Militäraktion auf der Westbank, seit dieses Gebiet im Junikrieg 1967 besetzt worden war.
Während der dreiwöchigen Operation – tatsächlich zogen sich die israelischen Aktionen allerdings über mehrere Monate hin – wurden mindestens 500 Palästinenser getötet und 1500 verletzt. Zum Vergleich: Im Gazagebiet wurden jetzt zweieinhalb Wochen nach Beginn der Offensive mehr als 900 Tote und 4000 Verletzte gezählt.

Der gemeinsame Grundzug der beiden Operationen besteht darin, daß sie sich unter dem populistischen Vorwand der Terroristenbekämpfung hauptsächlich gegen die zivilen palästinensischen Strukturen richten und diese gezielt zerstören, einschließlich der Tötung von möglichst vielen Menschen, die in diesen zivilen Strukturen tätig sind.
Das beginnt bei kleinen Polizeistationen, schließt alle Arten sozialer Einrichtungen ein und endet bei Ministerien und anderen Regierungsgebäuden.
Es sind in erster Linie die Institutionen palästinensischer Selbstverwaltung, die Keimformen von Staatlichkeit, die systematisch vernichtet werden; erforderlichenfalls nicht nur einmal, sondern nach ihrem Wiederaufbau erneut.

Der Grund ist einfach:

Israel will und kann sich mit einem Palästinenserstaat nicht abfinden.

Seit das, was nach der großen Vertreibung Hunderttausender im ersten Krieg 1948/49 noch von Palästina übriggeblieben war, 1967 durch israelische Streitkräfte besetzt wurde, hat Israel planmäßig und unablässig Fakten geschaffen, die theoretisch vielleicht noch die Freigabe Gazas, aber schon lange keinen lebensfähigen Palästinenserstaat auf der Westbank mehr zulassen.
Und diese Entwicklung schreitet immer weiter voran.
Die Zeit arbeitet für die schleichende zionistische Annexion der besetzten Gebiete.
Zeit gewinnen, Zeit herausschinden und zugleich das Leben der Palästinenser in den besetzten Gebieten immer unerträglicher, letztlich unmöglich zu machen, ist deshalb die Grundlage der Strategie aller israelischen Regierungen.

Dabei gilt es, die Schuld dafür, daß es trotz ständig wiederholter Versprechen und immer neuer phantasievoller Projekte mit dem »Friedensprozeß« nicht vorangeht, den Palästinensern zuzuschieben.
Nichts ist dafür wichtiger als palästinensische Aktionen wie beispielsweise die Raketenabschüsse, die Israel einerseits keinen nennenswerten Schaden zufügen, andererseits aber die Palästinenser beziehungsweise wesentliche Teile von ihnen denunzierbar machen.

Es ist daher sehr fraglich, ob Israel jetzt wirklich, wie vielfach unterstellt wird, Hamas und die kleineren militanten Gruppen in Gaza vernichten will.
Schwächen gewiß, auch desorganisieren, zersplittern, durch Frustration in die Irrationalität treiben – aber nicht wirklich vernichten, beseitigen.
Denn langfristig bedarf das zionistische Projekt, um auch künftig lebensfähig zu bleiben, immer wieder einer feindlichen Umwelt, die zwar nicht wirklich gefährlich sein sollte, aber sich in der Propaganda so darstellen lassen muß.

Die Fiktion, Israels Existenz sei bedroht – und permanent müsse eine Wiederholung des Holocaust in neuer Form verhindert werden –, steht im Zentrum der israelischen Staatsräson.
Nur die Aufrechterhaltung dieser Fiktion ermöglicht es dem zionistischen Staat, große Teile der außerhalb Israels lebenden Juden, die streng genommen gar keine Zionisten sind, schon gar nicht konsequente Zionisten, immer wieder für die eigene Strategie zu manipulieren und zu mobilisieren.

Freilich klafft zwischen den ziellosen Raketen aus dem Gazagebiet, die zu 95 Prozent nicht einmal größeren Sachschaden anrichten, und der dramatisch beschworenen Bedrohung der Existenz Israels ein Abgrund. Aber wahrscheinlich ist allen maßgeblich Beteiligten klar, daß die jetzt eingeleitete Mobilisierung weltweiter Solidaritätsbekundungen nicht nur mit Israel allgemein, sondern mit seinen Streitkräften und ihren Heldentaten im besonderen, auch eine Art Generalprobe für die Begleitmusik zur bevorstehenden militärischen Konfrontation mit dem Iran ist.


Karin Offline

Foren-Ass

Beiträge: 640

14.01.2009 18:27
#56 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Liebe Pinasse,

ich komme leider erst heute dazu zu Ihren Beiträgen Stellung zu nehmen.

1.) Wir leben in Deutschland und da wird Gottseidank noch Deutsch geschrieben und ge-
lesen. Nicht jedem ist Englisch geläufig! Also verschonen Sie uns bitte mit solchen Beiträgen
oder Sie stellen diese Beiträge in deutsch ins Forum.
2.) Ihre Beiträge in Bezug auf den Krieg langweisen mich wegen ihrer Länge und ihrer Einseitigkeit allmählich.
Denn 3.) alle Beteitigten im Nahen Osten in einen Sack gesteckt und draufgehauen - du trifft
keinen Falschen.

Ich habe schon in einem früheren Beitrag zu diesen Thema meine Meinung gesagt und dabei bleibe ich auch.

PS. Wenn nicht ein deutsches Schiff eine Ladung tranportiert, dann macht es eben eine andere Reederei. Wenn wir keine Waffen liefern, dann liefern andere Länder und bei uns gehen dann Arbeiter in Hartz IV über. Sie glauben doch nicht im Erst wenn Deutschland keine Waffen liefert
dann gibt es keine kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt. So blauäugig kann man doch nicht sein.

Heimatfreund Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.527

14.01.2009 19:10
#57 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten
Ralf Pinzer Offline

Normalo

Beiträge: 52

14.01.2009 23:21
#58 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Obwohl es auch auf Englisch ist und in jede Richtung geht....

Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

15.01.2009 10:00
#59 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Liebe Karin!
Mit diesem, Deinen Beitrag schießt Du sowohl themenbezogen als auch menschlich betrachtet den Vogel ab:

Zitat von Karin
Liebe Pinasse,

ich komme leider erst heute dazu zu Ihren Beiträgen Stellung zu nehmen.

1.) Wir leben in Deutschland und da wird Gottseidank noch Deutsch geschrieben und ge-
lesen. Nicht jedem ist Englisch geläufig! Also verschonen Sie uns bitte mit solchen Beiträgen
oder Sie stellen diese Beiträge in deutsch ins Forum.


Ja, natürlich wird hier Deutsch gesprochen und Sie dürften auch bemerkt haben, daß ich auch dieser Sprache mächtig bin und Sie durchgehend hier verwende.
Wenn ich englische Artikel einstellte, dann

1) weil ich annehme, daß zumindest alle UserInnen hier, die mindestens 10 Jahre jünger sind als ich, Englisch in der Schule, ja sogar in der Grundschule gelernt haben dürften,

2) weil die englische Sprache in allen Berufs- und Freizeitfeldern Einzug gehalten hat und daher praktiziert und verstanden wird,

3) weil die eingestellten, themabezogenen Artikel einen Blick auf Meinungen und Wertungen ausserhalb des deutschen Tellerrandes wiedergeben und ich nicht mit eigener Übersetzung die "second hand" sein will, die dann, ggf., wahrscheinlich auch bei Ihnen, in den Verdacht der Manipulation geraten könnte.[/b]

Es stört mich nicht, wenn Sie die englischen, oder auch deutschen und ggf. anderssprachigen Beiträge oder Beitragsteile von mir nicht lesen!

Das "Wir leben in Deutschland" ist noch richtig verallgemeinert!
Das "Wir" aber in die Kritik an Einstellung der englischen Artikel auf alle UserInnen und LeserInnen zu beziehen, empfinde ich schon etwas anmaßend!

In Antwort auf:

b)
2.) Ihre Beiträge in Bezug auf den Krieg langweisen mich wegen ihrer Länge und ihrer Einseitigkeit allmählich.



Das tut mir aber leid!
Ich darf Sie nebenbei darüber informieren, meine eingestellten Beiträge sind nicht zur Unterhaltung gedacht!

In Antwort auf:

Denn 3.) alle Beteitigten im Nahen Osten in einen Sack gesteckt und draufgehauen - du trifft
keinen Falschen.



Tja, so einfach kann die Lösung des Problems im Nahen Osten sein!
Sie sollten wirklich dieses Thema meiden!

In Antwort auf:

Ich habe schon in einem früheren Beitrag zu diesen Thema meine Meinung gesagt und dabei bleibe ich auch.

Ihr Gott schütze Sie und verzeihe Ihnen Ihre Schuld!

In Antwort auf:

PS. Wenn nicht ein deutsches Schiff eine Ladung tranportiert, dann macht es eben eine andere Reederei. Wenn wir keine Waffen liefern, dann liefern andere Länder und bei uns gehen dann Arbeiter in Hartz IV über. Sie glauben doch nicht im Erst wenn Deutschland keine Waffen liefert
dann gibt es keine kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt. So blauäugig kann man doch nicht sein.


genau.....!
am deutschen Wesen kann die Welt genesen.....!
und der Tod ist ein Meister aus Deutschland!

Ich hoffe Sie verstehen diese deutschen Wendungen?

Karin Offline

Foren-Ass

Beiträge: 640

15.01.2009 10:51
#60 RE: Schluss mit den Bombardements! Zitat · antworten

Liebe Pinasse,

auf Ihre Reaktion war ich vorbereitet. Bei Ihrer Einstellung konnte Sie nicht anders ausfallen.
Zwecks Ihrem Glauben das alles User die 10 Jahre jünger als Sie sind, die englichen Texte mühe-los übersetzen können könnten Sie in Schwierigkeiten kommen. Nacchen Sie doch einmal eine Um-frage.

Am deutschen Wesen muß die Welt nicht genesen! Aber jeder Euro der in Deutschland verdient wird ist mir lieber als zehn Euros die sonst wo auf der Welt verdient werden! Das ist meine Meinung.

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