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Dieses Thema hat 10 Antworten
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 Informatives
Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

12.11.2008 14:51
"Die kleine gelbe Blume des Verrats" Zitat · antworten

In einem meiner Beiträge habe ich dieses Essay von Tuchalsky erwähnt.
Hier ist es nachzulesen!
Ich hatte bedauert, daß auch die neu gewählten Weidener StadträtInnen den "alten Strukturen" (Seggewiss) und "dem historisch gewachsenem System"(Leupold) in kürzester Zeit erlegen sind und auch ohne den aus dem Amt gewichenen Initiator dieses Systems, dieses nicht nur weiterlaufen lassen, sondern schützen und verteidigen.
So schnell werden also auch die neuen BürgervertreterInnen "integriert"!

Kurt Tucholsky:
„Die kleine, gelbe Blume des Verrats“
Na, Verräter eigentlich nicht. Ein Verräter ist doch ein Mann, der hingeht und seine Freunde dem Gegner ausliefert, sei es, indem er dort Geheimnisse ausplaudert, Verstecke aufzeigt, Losungsworte preisgibt…...und das alles bewusst. Nein, Verräter sind diese da nicht. Die Wirkung aber ist so, als seien sie welche.
Kitt ist eine Sache, die bindet nicht nur; sie hält auch die Steine auseinander. Zehn Jahre Gewerkschafts-führer; zehn Jahre Reichtagsabgeordneter; zehn Jahre Betriebsratsvorsitzender - das wird dann fast ein Beruf. Man bewirkt etwas. Man erreicht dies und jenes. Man bildet sich ein, noch mehr zu verhüten. Und man kommt mit den Herren Feinden ganz gut aus, und eines Tages sind es eigentlich gar keine Feinde mehr. Nein. Ganz leise geht das, unmerklich. Bis jener Satz fällt, der ganze Reihen von Arbeiterführern dahingemäht hat, dieser infame, kleine Satz: „Ich wende mich an Sie, lieber Brennecke, weil Sie der einzige sind, mit dem man zusammenarbeiten kann. Wir stehen in verschiedenen Lagern – aber Sie sind und bleiben ein objektiver Mann…..“ Da steckt die kleine, gelbe Blume des Verrats ihr Köpfchen aus dem Gras – hier, an dieser Stelle und in dieser Stunde. Da beginnt es.

Die Verräter
Von Ignaz Wrobel (Kurt Tucholsky)
Na, Verräter eigentlich nicht. Ein Verräter, das ist doch ein Mann, der hingeht und seine Freunde dem Gegner ausliefert, sei es, indem er dort Geheimnisse ausplaudert, Verstecke aufzeigt, Losungsworte preisgibt ... und das alles bewußt ... nein, Verräter sind diese da nicht. Die Wirkung aber ist so, als seien sie welche, doch sind sie anders, ganz anders.

Da wird man vom Vertrauen der Parteigenossen ausgesandt, mit dem bösen Feind zu unterhandeln, sozusagen die Arbeiter zu vertreten, die ja inzwischen weiterarbeiten müssen. Und die erste Zeit geht das auch ganz gut. Geld ... ach, Geld ... wenn die Welt so einfach wäre. Geld ist zunächst gar nicht zu holen. Der Arbeiterführer bleibt Arbeiterführer; leicht gemieden von den Arbeitgebern, merkwürdiges Wort, übrigens. Nein, nein, man bleibt ein aufrechter Mann.

Aber im Laufe der Jahre, nicht wahr, da sind so die langen Stunden der gemeinschaftlichen Verhandlungen an den langen Tischen: man kennt einander, die Gemeinsamkeit des Klatsches eint, und es wird ja überall so viel geklatscht. Nun, und da stellt sich so eine Art vertraulicher Feindschaft heraus.

Kitt ist eine Sache, die bindet nicht nur; sie hält auch die Steine auseinander. Zehn Jahre Gewerkschaftsführer; zehn Jahre Reichstagsabgeordneter; zehn Jahre Betriebsratsvorsitzender - das wird dann fast ein Beruf. Man bewirkt etwas. Man erreicht dies und jenes. Man bildet sich ein, noch mehr zu verhüten. Und man kommt mit den Herren Feinden ganz gut aus, und eines Tages sind es eigentlich gar keine Feinde mehr. Nein. Ganz leise geht das, unmerklich. Bis jener Satz fällt, der ganze Reihen voller Arbeiterführer dahingemäht hat, dieser infame, kleine Satz:

"Ich wende mich an Sie, lieber Brennecke, weil Sie der einzige sind, mit dem man zusammenarbeiten kann. Wir stehen in verschiedenen Lagern - aber Sie sind und bleiben ein objektiver Mann . . . " Da steckt die kleine gelbe Blume des Verrats ihr Köpfchen aus dem Gras - hier, an dieser Stelle und in dieser Stunde. Da beginnt es.
Der kleine Finger ist schon drüben; der Rest läßt nicht mehr lange auf sich warten, "Genossen", sagt der Geschmeichelte, "man muß die Lage von zwei Seiten ansehn . . . " Aber die Genossen verstehen nicht recht und murren: sie sehn die Lage nur von einer Seite an, nämlich von der Hungerseite. Und was alles Geld der Welt nicht bewirkt hätte, das bewirkt jene perfide, kleine Spekulation auf die Eitelkeit des Menschen: er kann doch die vertrauensvollen Erwartungen des Feindes nicht enttäuschen. Wie? Plötzlich hingehn und sagen: Ja, die Kollegen billigen das nicht, Krieg muß zwischen uns sein, Krieg und Kampf der Klassen, weil wir uns ausgebeutet fühlen . . . ? Unmöglich. Man kann das unmöglich sagen. Es ist zu spät.

Und dann geht es ganz schnell bergab. Dann können es Einladungen sein oder Posten, aber sie müssen es nicht sein - die schlimmsten Verräterein auf dieser Welt werden gratis begangen. Dann wird man Oberpräsident, Minister, Vizekönig oder Polizeipräfekt - das geht dann ganz schnell. Und nun ist man auch den grollenden Zurückgebliebenen, die man einmal vertreten hat und nun bloß noch tritt, so entfremdet - sie verstehen nichts von Realpolitik, die Armen. Nun sitzt er oben, gehört beinah ganz zu jenen, und nur dieses kleine Restchen, daß sie ihn eben doch nicht so ganz zu den Ihren zählen wollen, das schmerzt ihn. Aber sonst ist er gesund und munter, danke der Nachfrage.

Und ist höchst erstaunt, wenn man ihn einen Verräter schilt, Verräter? Er hat doch nichts verraten! Nichts - nur sich selbst und eine Klasse, die zähneknirschend dieselben Erfahrungen mit einem neuen beginnt.
Ignaz Wrobel (Kurt Tucholsky)
Die Weltbühne, 10.11.1931,
Nr. 45, S. 720

Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

07.12.2008 12:37
#2 "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten

Heute ist in Spiegel-online ein weiterer SPD-Skandal thematisiert.

06.12.2008
GESCHEITERTE WAHL YPSILANTIS ZUR MINISTERPRÄSIDENTIN

Abgeordnete zu Beweis per Handyfoto gedrängt?

Neuer Ärger in der Hessen-SPD:
Nach einem Zeitungsbericht wurden Abgeordnete vor der gescheiterten Ypsilanti-Wahl dazu gedrängt, per Handyfoto ihre Stimmabgabe zu dokumentieren.
Auch Gerüchte um Manipulationsvorwürfe bei der Nominierung Ypsilantis zur SPD-Spitzenkandidatin machen die Runde......


Hier die URL des Gesamtartikels: <http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...862,00.html>

Da kann man nur noch sagen: Sumpf, Sumpf, SPD!



Heimatfreund Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.527

07.12.2008 13:45
#3 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten

Hat das was mit Weiden-Aktuell zu tun ?

Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

07.12.2008 14:57
#4 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten

Zitat von Heimatfreund
Hat das was mit Weiden-Aktuell zu tun ?

Nein, aber mit dem Unterforum:
"Informatives"

Heimatfreund Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.527

07.12.2008 15:52
#5 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten
Aja!
Dann ist also hier der Platz, wo ich Informationen,die ich anderen über alles mögliche zukommen lassen will,einstellen kann!
Und,dann kann mich auch keiner mehr angreifen wenn diese nicht direkt was mit Weiden-aktuell zu tun haben sondern sozusagen überregional sind?
Tim Offline

Foren-Gott

Beiträge: 2.408

07.12.2008 22:23
#6 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten

Dass der SPD Hessen Schäfer-Gümpel per Videoblog seine möglichen Wähler um Verzeihung bittet, mag nichts besonderes sein, der setzt halt auf die neuen Medien im Wahlkampf.

Aber spannend ist was im Internet so alles passieren kann, welche derben Pannen die SPD erleben muss und wie tollpatschig man aussehen kann, falls man das Medium nicht beherrscht.

Mich erinnert das schon an die verzweifelten Versuche der Weidner Parteien im Internet präsent zu sein, oder das Forum hier zu benutzen.

Für alle Webmaster, @Krebse und sonstige Parteimenschen hier im Forum, eine lustiges Anschauungsmaterial aus der Praxis.

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...,594902,00.html


Heimatfreund Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.527

12.12.2008 13:05
#7 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten
Heimatfreund Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.527

13.12.2008 11:30
#8 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten
Heimatfreund Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.527

20.12.2008 16:13
#9 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten
Pinasse Offline

Foren-Ass

Beiträge: 759

20.12.2008 18:42
#10 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten

Oh, Gott, sieh auf diese Pharisäer!

Es muß den NPD-Sympathisanten und Rechtsaussen schon saumäßig schlecht gehen, daß sie auf die kruden, mittelalterlichen Glaubensfanatiker in der jF zurückgreifen müssen!
Warum nicht gleich die Scheiterhaufen auftürmen, die Sharia hackt ja auch die Gliedmaßen ab und steinigt die Menschen?

...aber nix aus dieser Ecke zum Anschlag auf den Passauer Polizeichef, gelle?

Heimatfreund Offline

Foren-Gott

Beiträge: 1.527

20.12.2008 19:24
#11 RE: "Die kleine gelbe Blume des Verrats" - und die SPD in Hessen Zitat · antworten
...aber nix aus dieser Ecke zum Anschlag auf den Passauer Polizeichef, gelle?

Und ich hab doch gewußt, dass genau dadrauf eine Anspielung von dir kommt Luise!
Warum solls mir schlecht gehn? Hab eine liebevolle Familie und bin beruflich erfolgreich! Bitte schön- was will ich mir mehr wünschen?
Zu deiner Beruhigung- natürlich verurteile ich diese feige Tat! Und hoffe das der oder die Täter bald möglichst gefasst und dem Gericht zugeführt werden! Zudem wünsche ich dem Herrn Mannichl eine baldige Genesung und das er das Weihnachtsfest im Kreis seiner Familie verbringen kann!
Bruder Andrew ist doch praktizierender Christ,für dich natürlich ein "Glaubensfanatiker",diesen Menschen kann man doch der Bevölkerung bekannter machen,grade in der Weihnachtszeit!http://www.opendoors-de.org/index.php?su...ew&supp_lang=de
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