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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Sonstiges
5 vor 12 Offline

Normalo


Beiträge: 74

15.12.2016 14:43
Kaputte Denkmäler und andere Ruinen in Weiden Zitat · antworten

Die Denkmalpflege hat es in Weiden generell nicht leicht.
Notorisch leere Stadtkasse, Politiker die von Bagger träumen und Banausen, für die Geschichte oder Kunst Fremdworte sind.

Inzwischen betrifft der Verfall leider auch unsere Stadtmitte. Der Marktplatz verwandelte sich nach und nach zum Ballermann. In Mitte der überdimensionale Sonnenschirme und hässlicher Bestuhlung aus Kunststoffrattan wurden die historische Gebäuden nur noch zur Kulisse. Offensichtlich fällt es dabei niemandem auf, dass jetzt sogar das alte Rathaus langsam bedrohlich verfällt.

Innen, gleich beim Eingangstor, ist auf der Decke ein altes Fresko. Noch, möchte man sagen, denn demnächst könnte es verschwinden. Durch das Bild zieht sich bereits ein Riss. Wenn man bald nichts unternimmt, liegt das Fresko künftig auf dem Boden. Hier der Zustand, wie ich es am 18.07.2016 dokumentierte:


Ich rede hier nicht von einem kleinem oberflächlichem Schaden. Wie die Detailaufnahme zeigt, ist der Riss bereits so breit und tief, dass man dort mehrere Finger reinstecken könnte.



Auch dem Männchen vor dem Rathauseingang geht es nicht gut. Wäre er ein lebendiger Mensch, würde er unerträgliche Schmerzen in der rechten Hand haben und die Laterne längst fallen lassen.



Er ist zum Glück aus Stein, aber die Laterne fällt trotzdem bald aus seiner Hand, denn die ist schon so zerfressen, dass die Reste des Daumens bald abfallen. Siehe Detailaufnahme:



Etwas besser, aber keinesfalls gut, geht es der Mosaik oberhalb des Eingangs. Sie wurde 1937 erstellt und man hat den Eindruck, seitdem wurde sie nie gereinigt. Zumindest mutet der dunkle Streifen am unteren Rand so an.



Das wäre allerdings das kleinere Problem. Die Mosaik verliert Steine. In "W" von "Weiden" klafft z.B. deutlich sichtbar ein Loch:



Am 16.07.2016, also ein Tag nach dem Entstehen diese zwei Fotoaufnahmen, fanden vor dem Rathaus Feierlichkeiten zum 775-jährigem Jubiläum der Erstnennung der Stadt Weiden. Das ist auch das Thema der beschädigten Mosaik. Zu dem Fest hat die Stadt Weiden sogar Kaiser Karl IV. mit seinem Gefolge und den König Konrad IV besorgt. Doch einen Restaurator? Das war wohl nicht drin. Während man unten groß feierte, blieb für oben offensichtlich kein Geld.

Wenn man sich die restlichen Steinverzierungen des alten Rathauses anschaut, sieht man auch da vielerorts abgebrochene oder weggeätzte Stellen. Das geht meiner Meinung nach schon weit über eine normale historische Patina hinaus.

Normalerweise repariert man kaputte Teile, solange die Schäden noch nicht so groß sind, dass es richtig teuer wird. Aber vielleicht wartet man bei uns, bis es nix mehr zum Retten gibt. Dann kann man das alte Rathaus kostengünstig abreißen. Das hat ja in unserer Stadt große Tradition. Der OB will ja nach seinem Bekunden überall Bagger sehen. Warum also nicht auch auf dem Oberem Markt? Das Grundstück ist ja Gold wert, kann man also für Apfel und Ei an Fondara verkaufen. Der falsche Graf von Admira könnte dort dann in einem Neubau ein weiteres Casino betreiben. Eine Pyramideform aus Beton mit großem LED-beleuchtendem Löwenkopf würde ja super zum restlichen Ballermann am Marktplatz passen. /* Ironie off

Rudi Offline

Foren-Profi

Beiträge: 103

17.12.2016 16:50
#2 RE: Kaputte Denkmäler und andere Ruinen in Weiden Zitat · antworten

Es wäre Schade wenn historische Denkmäler verschwinden denn damit verliert Weiden sein Gesicht und seinen Charme

Luise Nomayo Offline

Foren-Gott

Beiträge: 5.574

17.12.2016 17:40
#3 RE: Kaputte Denkmäler und andere Ruinen in Weiden Zitat · antworten

Die Clausnitzer Schule in der Sedanstraße, erbaut als ev. Mädchenschule 1882, zuletzt 1984 als Volkshochschule umgebaut und genutzt,
muss nun einer mehrstöckigen Blechbewahrungs-Stellage (Parkhaus)weichen.

Parkhaus schlägt Schulhaus
.....und das in einer Stadt, die sich "Schulstadt" nennt!

Bild entfernt (keine Rechte)Bild entfernt (keine Rechte)

VestesHaus Offline

Neugieriger

Beiträge: 23

19.03.2017 13:15
#4 RE: Kaputte Denkmäler und andere Ruinen in Weiden Zitat · antworten

Landschaftsprägende Denkmäler, Baudenkmäler und Bodendenkmäler.

Bei der Denkmalpflege möchte ich mal unterscheiden zwischen der öffentlichen und der privaten Pflege von Baudenkmälern. Zusätzlich kommt da noch dazu, eine Wissensvermittlung an die hiesige interessierte Bevölkerung, über bestimmte geschichtliche Ereignisse in der Stadt Weiden in Bezug auf die Bodendenkmäler, die es auch bei uns so gibt. Denkmäler bestehen nämlich nicht nur aus Gebäuden, sondern auch aus Gelände- und Bodenflächen.

Zur öffentlichen Denkmalpflege gehört in Weiden zweifelsfrei das alte Rathaus in der Altstadt. Da Weiden über kurz oder lang vor der Zwangsverwaltung durch die Regierung der Oberpfalz steht, ist an eine öffentliche Denkmalpflege gar nicht zu denken. Das alte Rathaus in der Altstadt von Weiden, als landschaftsprägendes Denkmal braucht jedoch dringend ein regen sicheres Dach. Diese Maßnahme wäre allerhöchste Eisenbahn für dieses unser geschichtlich wichtiges Gebäude in der Altstadt von Weiden. Frau Nomayo hat schon des Öfteren hier berichtet, dass im Frühjahr bedingt durch den Frost des Winters, einzelne Stücke der Biberschwanzziegel auf den Gehsteig herabfallen. Diese Situation ist natürlich keine überaus gute Angelegenheit, für die darunter vorbei gehenden Bürger. Solange die Nägel, der darunter liegenden Holzlatten noch nicht ab gerostet sind, solange wird die darüber liegende Biberschwanzziegel einigermaßen unbeschadet darauf liegen bleiben. Man kann nur hoffen, dass der Kurt Seggewiß hiesiger SPD Oberbürgermeister, dem eine Hin und Her Politik nachgesagt wird, trotz alledem einen neunzig Prozent Zuschuss bald in Händen hält und dadurch bestimmt, das alte Rathaus ein neues Dach bekommt.

Die private Denkmalpflege ist keineswegs bei uns ausgestorben. Da gibt es schöne Schmuckstücke die, in privater Hand sind, die erwähnenswert sind. Voralleedingen ist da zu nennen, im Ortsteil Rothenstadt das Rothenstädter Schloss, zwar nicht zu besichtigen, jedoch einheimische ältere Bürger von Rothenstadt wissen es, es ist ein Kleinod, dass in Rothenstadt direkt an der Waldnaab liegt. Das Rothenstädter Schloss ist ein Hofmark Schloss am Westufer der Waldnaab in Rothenstadt gelegen. Die Schlossanlage stellt einen stark gegliederten Gebäude Komplex dar, ausgebaut in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert im neugotischen Stil, deren ummauerter Schlosspark bis an das Ufer der Waldnaab reicht. Das Schloss war von 1602 bis um 1960 Sitz der Familie von Sazenhofen. Die Adelsfamilie von Sazenhofen aus Rothenstadt ist um 1960 in dieser Hauptlinie ausgestorben. In der Nähe der Stadt Hof an der Saale, gibt es jedoch noch eine Nebenlinie der Hauptlinie von Sazenhofen aus Rothenstadt. Diese Nebenlinie von Sazenhofen aus Rothenstadt, ist die einzige noch lebende Adelsfamilie von Sazenhofen in Bayern.

Die Bodendenkmäler sind meines Erachtens eine besondere Denkmalart und ohne örtlich bezogenes geschichtliches Hintergrundwissen, kann man als Normalbürger wirklich nichts damit anfangen. Das ist schon eine Wissenschaft für sich und normalerweise gebe ich zu, das ist nur was für Profis. Jedoch im Internet Zeitalter kann ein jeder interessierte Laie vor Ort, doch einiges herausbekommen. Lange Zeit wusste ich überhaupt nicht, wo dieser Siechenweiher und der Siechenweiherdamm in Weiden wohl lag. Mittlerweile weiß ich es und meine Überlegung zu den Siechenweiherdamm gleich Max-Reger-Straße sind folgende: Die Max-Reger-Straße ist auf jeden Fall, kein natürliches Gelände im Bereich der Innenstadt von Weiden. Sondern die Max-Reger-Stadt beziehungsweise der Siechenweiherdamm wurde vor etwa 600 Jahren, durch Menschenhand aufgeschüttet. Das eigentliche ursprüngliche Mündungsgelände des Weidingbachs in die Waldnaab schaute ganz anders aus und lag viel weiter unten, und zwar auf der Ebene der heutigen Johannisstraße. Durch die Jahrhunderte hinweg formten die alten Bürger aus Weiden die Örtlichkeit dem Siechenweiherdamm gleich Max-Reger-Straße zu seiner heutigen Höhe. Die gesamte Länge der Max-Reger-Straße gleich Siechenweiherdamm ist ein geschütztes Bodendenkmal und steht zu Recht unter Denkmalschutz.
Um die Schäden eines Stadtbrandes zu beseitigen, erhält Weiden 1396, durch König Wenzel von Böhmen neue Privilegien, so das Recht Jahrmärkte abzuhalten. Hierbei werden erstmals das Stadtgericht, das Kaufhaus und der Stadtweiher erwähnt. Kaiser Karl IV soll bei Errichtung der "Goldenen Straße" diesen Weiher, später Siechenweiher genannt, veranlasst haben, dass er durch die damalige Bevölkerung von Weiden gebaut wird.

VestesHaus Offline

Neugieriger

Beiträge: 23

16.04.2017 11:48
#5 RE: Kaputte Denkmäler und andere Ruinen in Weiden Zitat · antworten

Stadtführung durch das jüdische Weiden mit Dr. Sebastian Schott. Am Sonntag, den 23.04.2017 um 14.00 Uhr. Veranstalter ist der Stadtjugendring Weiden. Bereich Macerata-Platz Innenstadt Weiden. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr auf dem Macerata-Platz. Danach Besuch der Synagoge (Ringstraße) und Wanderung durch Weiden. Ziel ist die Ausstellung im Kulturzentrum Hans Bauer. Das jüdische Weiden hatte ihre Blütezeit vor 1900 und einige Jahre danach mit ihrem Zentrum der Altstadt von Weiden. Dr. Sebastian Schott wird da wieder einen interessanten Vortrag vor Ort abhalten.

VestesHaus Offline

Neugieriger

Beiträge: 23

03.09.2017 16:54
#6 RE: Kaputte Denkmäler und andere Ruinen in Weiden Zitat · antworten

Denkmalschutztag. Sonntag, den 10.09.2017 in der Stadt Weiden, hier: Altes Rathaus. Baustellenbesichtigung von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Diese Baustellenbesichtigung sollte man sich als Bürger dieser Stadt Weiden nicht entgehen lassen. Dies ist die einmalige Gelegenheit als normal Bürger sich die Sanierungsmaßnahme an Dachstuhl und Fassade, dieses einmaligen landschaftsprägenden Denkmal in der Altstadt von Weiden anzuschauen.

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